Landeshauptleute wollen Impf-Koordination in ihrer Hand

Impfungen in Österreich: Platter und Wallner mit scharfer Kritik am Bund.
Impfungen in Österreich: Platter und Wallner mit scharfer Kritik am Bund. ©AP
Bund und Länder besprechen am Freitag bei einer Videokonferenz das Vorgehen bei den Corona-Impfungen. Drei Landeschefs haben im Vorfeld gefordert, dass die Länder die Koordination der Impfungen selber in die Hand nehmen.

Der Tiroler Günther Platter und der Vorarlberger Markus Wallner übten dabei scharfe Kritik am Bund, weil dieser zu "bürokratisch" agiere. Unterstützung bekam sie vom Steirer Hermann Schützenhöfer (alle ÖVP), der heute den Vorsitz der LH-Konferenz übernommen hat.

"Weg mit dieser sinnlosen Zentral-Bürokratie, denn da ist uns das Gesundheitsministerium ordentlich auf die Nerven gegangen", wird Wallner in den "Vorarlberger Nachrichten" zitiert.

Länder wollen Verantwortung für Impf-Dosen

"Die Koordination der Dosen, die wir wöchentlich bekommen, sollen dem Land überantwortet werden", sagte auch Schützenhöfer. Er kritisierte die zeitverzögerte Weiterleitung von Zahlen: "Wie viele sich gestern gemeldet haben, erfahren wir heute von der Bundesbeschaffung. Da sind wir oft mit verschiedenen Zahlen konfrontiert", erläuterte Schützenhöfer.

Kritik an "bürokratischen Bestellvorgang"

"Durch den aktuellen bürokratischen Bestellvorgang haben die Länder kaum Übersicht, wer bereits bestellt hat und wie viel Impfstoff noch verfügbar ist", kritisierte Platter. Die Bestellungen müssten bei den Ländern zusammenlaufen und auch durch sie verteilt werden, forderte der Landeshauptmann. Denn nur so könne kurzfristig reagiert und überzählige Impfdosen unverzüglich anderweitig verwendet werden.

"Es darf nicht sein, dass Impfdosen in Wiener Lagern herumstehen - wir müssen so rasch wie möglich alle vulnerablen Gruppen durchimpfen", sprach Platter den schleppenden Impfstart der vergangenen Tage an. Nach den Plänen das Landes soll die Impfung in den kommenden Tagen auch für über 85-Jährige zugänglich gemacht werden. Das Lande setze hierfür auf die niedergelassenen Ärzte, individuelle Lösungen in den Gemeinden und Impfstraßen.

Bis Sonntag sollen 30.000 Menschen in Österreich geimpft sein

Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sollen bis Ende der Woche in Österreich 30.000 Menschen eine erste Impfdosis erhalten haben. Weit über 42.000 Einmeldungen gebe es für den Montag, "und es werden stündlich deutlich mehr". Dann Beginne der "Tag des großen Ausrollens der Impfung". Personen über 80 Jahren, die nicht in Alters- und Pflegeheimen wohnen, sollen "schrittweise in den Prozess integriert werden", sagte der Minister ohne Details zu nennen. Diese werden derzeit erarbeitet, dazu wolle man auch "intensiv mit den Ländern und Gemeinden" zusammenarbeiten.

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(APA/Red)

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