Lajcak: Zerfall Bosniens steht nicht bevor

Der internationale Bosnien-Beauftragte Miroslav Lajcak hält einen Zerfall Bosnien-Herzegowinas trotz "brennender Rhetorik" von Politikern und tiefem Misstrauen zwischen den Bosniaken, Serben und Kroaten für eine "weder reale noch mögliche Option".

“Die Situation in Bosnien ist jedoch besorgniserregend, weil der Staat viel zu viel Zeit vergeudet, um Fragen zu lösen, welche er längst gelöst haben soll… Wir sind weiterhin auch mit einer selektiven Annahme des Dayton-Friedensabkommens (1995) konfrontiert”, sagte Lajcak für die Belgrader Presseagentur Beta.

Der internationale Bosnien-Beauftragte verwies in diesem Zusammenhang auch daraufhin, dass “einige (bosnische Politiker) mit der Existenz der Republika Srpska unzufrieden sind und dass anderen wiederum ein Bosnien als funktionierender Staat mit wirksamen Institutionen nicht passt”. “Jeglicher Schritt vorwärts erfordert daher unverhältnismäßig großen Einsatz und Energie. Die brennende Rhetorik wird häufig und verantwortungslos eingesetzt. Politiker richten sich nur an ihre ethnische Gruppe, ihre Wähler, ohne die negativen Auswirkungen solches Verhaltens zu berücksichtigen”, sagte Lajcak.

Der internationale Bosnien-Beauftragte hält sich am Mittwoch zu einem Besuch in Belgrad auf. Auf dem Programm stehen Gespräche mit dem serbischen Außenminister Vuk Jeremic sowie dem Staatschef Boris Tadic. Der einstige serbische und jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic hatte im Dezember 1995 zusammen mit den damaligen Präsidenten Kroatiens und Bosniens, Franjo Tudjman und Alija Izetbegovic, das Dayton-Friedensabkommen unterzeichnet, wodurch der dreieinhalbjährige Bosnien-Krieg beendet wurde. Nun steht in Bosnien eine Verfassungsreform bevor.

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