Ladytron in der Arena

Ladytron sorgten bei ihrem Auftritt in der Wiener Arena mit futuristischem Retro-Disco-Pop für gute Stimmung.

Pagenschnitt, weite Blusen, starrer Blick: Die beiden Frontfrauen von Ladytron sehen aus wie Romulanerinnen aus der Fernsehserie “Star Trek: The Next Generation”, und ihr Sound zelebriert einen retro-futuristischen Disco-Pop mit Anleihen bei Kraftwerk, Depeche Mode und der gesamten Popmusik der 80er Jahre. Und obwohl sie sich ästhetisch an fernen Zeiten orientieren, klappt der Kontakt mit den schicken Kids von heute: Bei ihrem Auftritt gestern, Dienstag, in der Wiener Arena sorgten Ladytron für gute Stimmung.



Mit Bässen, die die Eingeweide zum Flattern bringen, stampfenden Beats vom echten, wenn auch vorsichtshalber im hintersten Bühneneck versteckten Schlagzeug und den zwei schüchternen Stimmen von Helen Marnie und Mira Aroyo würde sich die in Liverpool gegründete Band gut in so manchem Science-Fiction-Film machen. Vorzugsweise in jenen, die ironisch mit den Bildern von Zukünftigkeit umgehen, und wo die Sounds daher folgerichtig aus alten, analogen Synthesizern stammen.



Hinter denen stehen einander bei Ladytron die zwei DJs Reuben Wu und Daniel Hunt ebenso starr gegenüber wie die beiden Sängerinnen hinter dem Mikro. Umso zappeliger dafür die Musik: Low-Fi-Sounds, treibende Rhythmen, nette Popmelodien und hin und wieder ein bisschen Experimentierfreude ergeben eine ansprechende Mischung. Und beim Konzert zeigt sich: In der Zukunft des Pop scheint die Bühnenshow zum Glück nebensächlich zu sein. Schnell wechselnde Lichteffekte kontrastieren sich mit den meist unbeweglichen Musikern. Das haben wir schon von Kraftwerk gelernt – wer zu seiner Musik auch noch komisch rumzappeln muss, macht was falsch.



Dafür war im Publikum eine interessante Mischung aus zappelnden jungen und lässig dastehenden älteren Besuchern zu vermerken: Denn dass Ladytron neben den FM 4-Hörern auch noch eine distinguierte Schicht älterer Männer mit intensiver Bindung zu frühen Heimcomputern anspricht, war im Publikum deutlich zu sehen. Die nach einem Roxy-Music-Song benannte Band, die zuletzt heuer das Album “Velocifero” herausgebracht hat, konnte den Auftritt in CD-Länge jedenfalls als Erfolg verbuchen.

Ladytron am Frequency 2008:

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