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"Kurz vor 12" für Ausbau niedergelassener Ärzte

Versorgungsengpass könnte drohen
Versorgungsengpass könnte drohen ©APA
Der Präsident der Ärztekammer, Artur Wechselberger, drängt auf einen raschen Ausbau des niedergelassenen Ärztebereichs. Mit den neuen, kürzeren Arbeitszeiten in den Spitälern würden die Krankenhäuser ihre ambulante Versorgung zurückfahren.
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Die niedergelassenen Ärzte könnten das derzeit aber nicht auffangen. “Es ist kurz vor 12”, drängte Wechselberger im Gespräch mit der Austria Presse Agentur (APA).

Versorgungsengpass könnte drohen

Der Ärztekammer-Präsident will diese Frage auch zum Hauptthema eines Gespräches mit dem Vorsitzenden im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Peter McDonald, machen, das am 22. April stattfinden soll. McDonald hatte zu dem Treffen geladen, um die Differenzen rund um das neue Arbeitszeitgesetz für die Spitalsärzte zu bereinigen. Wechselberger argumentiert nun, die beste Antwort auf die Probleme in den Spitälern sei die Bereitstellung von ausreichenden Ressourcen im niedergelassenen Bereich. Dieser sei derzeit nicht bereit für die Aufnahme zusätzlicher Patienten, “daran müssen wir arbeiten”. Wechselberger warnt vor einem Versorgungsengpass, der demnächst drohen könnte. Man müsse jetzt der Bevölkerung die Ängste nehmen, betonte der Ärztekammer-Präsident.

“Wie vor 30 Jahren”

Den Sozialversicherungen und dem Hauptverband wirft Wechselberger vor, “wie vor 30 Jahren” zu agieren. Die Bedürfnisse der Bevölkerung hätten sich aber ebenso geändert wie jene der Ärzte. Der Hauptverband ignoriere, dass Leistungen aus den Spitälern ausgelagert würden. Deshalb gehe es jetzt darum, den extramuralen Bereich “zeitfit” zu machen und die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung auszubauen. Wechselberger erneuert in diesem Zusammenhang die Forderung nach einem Ausbau der Kassenstellen, aber auch des nicht-ärztlichen Leistungsangebotes. “Zu wenig” ist es für den Ärztekammer-Präsidenten jedenfalls, wenn der Hauptverband ankündige, die Ordinationszeiten zu verlängern. Man müsse auch die Frage beantworten, wie genügend Ärzte gefunden werden können und wie man diese zu den längeren Öffnungszeiten motivieren könne.

Dialog mit den Ärzten

Der Dialog mit dem Hauptverband war aus der Sicht Wechselbergers über viele Jahre hinweg “gestört”. Die Ärztekammer sei dem Hauptverbands-Chef monatelang mit dem Wunsch nach einem Gesprächstermin “nachgerannt”, um für einen “Modernisierungsschub” im Gesundheitswesen zu werben. Deshalb habe er sich “gewundert”, dass McDonald nun über die Medien zu einem Termin eingeladen habe, sagte Wechselberger.

(APA)

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