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Kupfer im Kampf gegen Alzheimer

Die Einnahme von Kupfer kann bei Menschen mit beginnendem Alzheimer das Fortschreiten der Demenz möglicherweise aufhalten.

Die Hinweise auf eine solche Therapiewirkung verdichten sich seit Monaten. Auch die jetzt vorgelegten Zwischenergebnisse der weltweit ersten Studie dazu sind ausgesprochen vielversprechend, berichtete die Universitätsklinik des Saarlandes in Homburg. „Die Daten, die wir mit dem Kupfer bisher gesammelt haben, sind sehr überzeugend“, sagte der wissenschaftliche Leiter Thomas Bayer.

90.000 bis 100.000 Menschen dürften in Österreich an Morbus Alzheimer leiden. Bis zum Jahr 2050 rechnen Experten mit einem Anstieg der Zahl der Dementen auf mehr als 230.000 Patienten. In Deutschland geht man von einem ebenso drastischen Anstieg in den nächsten 30 Jahren auf bis zu 2,2 Millionen Fälle aus.

Als wichtigster Risikofaktor gilt ein fortgeschrittenes Alter. So beträgt nach Angaben der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft das Erkrankungsrisiko für Menschen im Alter von 75 bis 84 Jahren elf Prozent, und für Senioren über 84 Jahren bereits 30 Prozent. Auch Schlaganfälle und Diabetes vergrößern die Gefahr.

Im vergangenen Jahr hatten Berliner Wissenschafter zudem einen Zusammenhang zwischen Kupfermangel und Alzheimer festgestellt. Die Forscher folgerten daraus, dass ein niedriger Kupferspiegel im Gehirn dazu führt, dass das schädliche Eiweiß Beta-Amyloid Aß keine anderen Bindungen eingehen kann und in der Folge die für Alzheimer typischen Plaque-Ablagerungen bildet. Tatsächlich schnitten auch zu Beginn der Homburger Studie Patienten mit einem niedrigen Kupferspiegel bei kognitiven Tests besonders schlecht ab.

Interessant waren laut Forscher Bayer auch die ersten Untersuchungen des Nervenwassers. Nach bisherigen Erkenntnissen lege eine bestimmte Konzentration des für die Ablagerungen verantwortlichen Beta-Amyloids im Nervenwasser die Diagnose Alzheimer nahe. Tatsächlich hatten nach Angaben der Experten jene Patienten, bei denen anhand von Aß die Demenzerkrankung diagnostiziert werden konnte, niedrigere Kupferspiegel.

„Mit anderen Worten: Je mehr Aß im Nervenwasser, desto niedriger ist der Kupferspiegel“, erklärte der Geschäftsführende Oberarzt der Uniklinik, Frank-Gerald Pajonk. Das dritte Ergebnis betreffe die Messung des Hirnvolumens. Hier lägen zwar noch nicht alle Ergebnisse vor. Die Größe des Hirnvolumens hänge jedoch klar mit der kognitiven Leistungsfähigkeit zusammen, und diese wiederum stehe ja in engem Zusammenhang mit der Höhe des Kupferspiegels.

Eine endgültige Aussage, ob sich mit der Einnahme von Kupfer als Nahrungsergänzungsmittel Alzheimer bekämpfen lässt, erwarten die Homburger Wissenschafter in rund sechs Monaten. „Sollte sich bestätigen, dass Kupfer das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verlangsamen kann, könnte bald ein sehr gut verträgliches und sehr kostengünstiges Mittel für die Therapie der Alzheimer-Demenz zur Verfügung stehen“, so Pajonk.

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