Kunsthalle Wien 2006 mit Besucherzuwachs

Kunsthalle Wien
Kunsthalle Wien ©Foto: Gerhard Koller, © Kunsthalle Wien
"Beschränkungen im Zugang zu Kunst gibt es allein durch die Bildung sowieso, auf sozialer Ebene darf das nicht passieren."

Angelehnt an die Aktion „Hunger auf Kunst und Kultur“, die heute, Dienstag, einen Aktionstag veranstaltet, eröffnete Gerald Matt, Direktor der Kunsthalle Wien, seine heutige Jahrespressekonferenz. Neben einem Zuwachs von knapp 30 Prozent auf 189.149 Besucher bei insgesamt 33 Projekten im Jahr 2006 freute Matt sich auch über das angestiegene Interesse der Inhaber des Kulturpasses. 2007 setzt die Kunsthalle Wien Schwerpunkte in fernöstlicher Kunst sowie auf die Auseinandersetzung mit menschlichen Grenzerfahrungen.

Während man für das Jahr 2005 noch einen Besucherrückgang von 15 Prozent beklagen musste (insgesamt 146.757 Besucher), steht die Bilanz der Kunsthalle Wien heuer nicht zuletzt durch die Publikumsmagneten „Summer of Love“ und „Americans“ im vergangenen Jahr wieder gut da. Matt nannte 2006 ein „super Jahr“, sowohl was die Qualität als auch die Quantität betreffe. Rund 170.000 zahlende Besucher (89 Prozent der ausgegebenen Karten) seien wichtig für ein Haus, das sich auch durch die Einnahmen mitfinanziere. Dennoch sei die öffentliche Subvention gerade für Häuser zeitgenössischer Kunst nach wie vor unabdingbar.

„Schließlich sind wird kein Durchlauferhitzer, der nur bereits bestehende Ausstellungen ins Haus holt“, so Matt, dessen Anliegen es ist, die Kunsthalle Wien zu einem „intellektuellen Brennpunkt“ zu machen. Dennoch seien Kooperationen mit anderen großen Museen ein Muss, da zeitgenössische Ausstellungen sehr teuer seien. Zur Philosophie gehöre auch, die in Wien gezeigten Projekte nach außen zu tragen. So war „Summer of Love“ ein Gemeinschaftsprojekt mit der Tate Liverpool und der Schirn Kunsthalle Frankfurt, die von der Kunsthalle konzipierte Ausstellung „Don Juan“ ging danach an den Kunstverein Bregenz und die Ursula Blickle-Stiftung.

Mit dem „project space“ am Karlsplatz habe man eine wichtige Außenstelle dazu gewonnen, mit der Öffnung bis 24 Uhr „und oft länger“ biete man vor allem der Jugend ein österreichweit einzigartiges Service. Auch die zahlreichen Kooperationen mit Hochschulen würden sich im „project space“ bezahlt machen. Wie stark die Strahlkraft der zeitgenössischen Kunst tatsächlich sei, zeigte Matt anhand von konkreten Zahlen auf: Allein mit dem Presseecho der Ausstellung „Superstars“ (481 nationale und internationale Berichte) habe man einen Werbewert von 1,1 Millionen Euro erzielt.

Statistisch untersucht wurde auch der Besucherstrom: Der Anteil der Frauen liegt bei 56 Prozent, 70 Prozent der Besucher seien unter 40 Jahre alt, nur 2,8 Prozent älter als 61 Jahre. 52 Prozent der Gäste kommen aus Wien, 20 Prozent aus dem Ausland. Ein Wermutstropfen für Matt ist jedoch der geringe Anteil weniger gut ausgebildeter Besucher. 80 Prozent der Besucher habe zumindest Matura oder weiterbildende Schulen besucht, 50 Prozent studieren oder studierten an der Universität. Nur 4 Prozent der Schulklassen, die durch die Kunsthalle geführt werden, seien Hauptschüler. Diese Zielgruppe wolle man in Zukunft verstärkt einbinden und begeistern. Die Zahl der Besuche der Inhaber des „Hunger auf Kunst und Kultur“-Passes hat sich von 800 auf 4.000 gesteigert.

Schwerpunkte zu setzen, hat in der Kunsthalle bereits Tradition. Nach dem Fokus auf Amerika und die 60er-Jahre stehen heuer der Ferne Osten mit China und Korea sowie „menschliche Grenzerfahrungen“ im Zentrum. Mit Ausstellungen wie „Elastic Taboos. Koreanische Kunst der Gegenwart“ (23.2. – 10.6.) und Chen Zhens „Der Körper als Landschaft“ (25.5. – 16.9.) wolle man der „verklärten Vorstellung des fernöstlichen Raums“ entgegenwirken, so Matt. Gegenstand ist u.a. die Gegenüberstellung des gelebten Kommunismus mit dem gleichzeitig herrschenden Kapitalismus.

„Liebe, Tod und Trauma“ nennt sich der zweite Schwerpunkt. In einer Zusammenarbeit mit dem MUMOK (Museum Moderner Kunst) werden in „Traum und Trauma“ (29.6. – 14.10.) Werke aus der Sammlung Dakis Joannou, Athen gezeigt. Mit „True Romance. Allegorien der Liebe von der Renaissance bis heute“ beginnt am 12.10. eine Ausstellung, die aus zeitgenössischen Positionen einen Blick in die Vergangenheit wirft, „Viva la muerte“ setzt sich ab dem 1. November mit dem Tod in der hispanischen Kunst auseinander. Das Programm des „project space“ wird gesondert bekannt gegeben. Bis 25. Februar läuft die Retrospektive „Raymond Pettibon“, „Americans“ schließt seine Tore am 4. Februar.

www.kunsthallewien.at

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