Kulturprojekte mit Literaten-EM und Fußball-Oper

Insgesamt rund 180 kulturelle Projekte sind für die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz bei dem von der Bundesregierung initiierten Verein, “Österreich am Ball“, eingereicht worden.

„Derzeit findet die Endauswahl statt“, sagte der Kulturkoordinator Jürgen Weishäupl, dem für die positiv bewerteten Initiativen insgesamt eine Million Euro zur Verfügung stehen, der APA – Austria Presse Agentur. Mitte Juni werden Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) und Kulturministerin Claudia Schmied (S) die geförderten Konzepte vorstellen.

Einige der offiziellen Kulturprojekte sind bereits im Vorfeld bekannt geworden bzw. laufen bereits. Darunter befindet sich die Literaten-EM des Vereins „Doppelpass“, die 150 Autoren aus acht Ländern zu einem Fußballturnier und anschließenden Lese-Marathons nach Österreich bringt. Dazu soll es Theater- und Literaturveranstaltungen geben, die Vorbereitungen (inkl. Testspiele) laufen schon auf Hochtouren. Auch die Fußball-Oper „Playing Away“ bei den Bregenzer Festspielen im August steht schon fest. Intendant David Pountney wird die schwarze Komödie auf der Werkstattbühne selbst inszenieren, Kristjan Järvi dirigiert.

Im Kunstbereich ist eine Ausstellung im Wiener Künstlerhaus in Planung. Darin sollen der europäische Fußball, die Geschichte des Sports und alle möglichen und unmöglichen Details Platz finden – „man kann sich das unter dem Motto ’Was Sie schon immer über Fußball wissen wollten’ vorstellen“, meinte Weishäupl. Auch wie Kristian Kollers „plattform 32“ mit Emotionszonen im öffentlichen Raum genau aussehen wird, werde sich noch zeigen. Die weiteren Projekte, die sich auf möglichst alle kulturellen Ausdrucksformen verteilen sollen, werden jedoch erst im Juni vorgestellt.

„Wir arbeiten eng mit der Schweizer Seite zusammen“, betonte Weishäupl, man versuche, die Kräfte zu bündeln. Dies werde sich an „speziellen Projekten“ zeigen, auch eine gemeinsame Präsentation sei geplant. Laut der Organisation „Präsenz Schweiz“ sind von den Eidgenossen in Österreich zwei Design-Ausstellungen „Swiss Design – Ausstellung und Workshops“ und „Swiss Fashion – 11 Meter Mode“ geplant. Zudem werde bei der „Langen Nacht der Forschung“ das Gastland Schweiz präsentiert.

Seitens der Stadt Wien hieß es auf Anfrage der APA, dass es für EM-Kultur-Projekte kein eigenes Budget gebe. Man sei in intensivem Kontakt mit “Österreich am Ball“, über Details könne man derzeit jedoch noch nichts berichten. Abgesehen davon, dass die EM beim Opernball und beim Neujahrskonzert auf die eine oder andere Art „einfließen“ soll, sind etwa auch Fußball-Schiffe am Donaukanal geplant.

Dass das Burgtheater auf Grund der Fan-Meile vor dem Rathaus ein Ausweichquartier sucht, hält Weishäupl für keine gute Idee. Statt „in einem Zelt den Shakespeare-Zyklus“ fortzusetzen, wünscht er sich vielmehr „ein selbstbewusstes Dort-Bleiben“. Selbstbewusst ist Burgtheater-Direktor Klaus Bachler zwar durchaus, allerdings weniger im Beharren auf den Spielort Burgtheater, als in der Überzeugung, dass die Kosten des fußballbedingten Exils nicht vom ohnedies finanziell unter Druck stehenden Haus zu tragen seien. Eine Entscheidung darüber steht allerdings noch aus.

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