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Künstlerhaus Wien besetzt? Aktion der "Wiener Perspektive"

Laut Metadaten wurde das Bild jedoch bereits am 30. Jänner aufgenommen und mit Photoshop bearbeitet.
Laut Metadaten wurde das Bild jedoch bereits am 30. Jänner aufgenommen und mit Photoshop bearbeitet. ©Wiener Perspektive
Kurz vor der Eröffnung des frisch renovierten Wiener Künstlerhaus soll die "Wiener Perspektive" die ehemaligen Theaterräumlichkeiten des brut Wien besetzt haben. Damit demonstriert man gegen das Aus des Theaters.
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Bevor am Freitag das frisch renovierte Künstlerhaus am Karlsplatz präsentiert wird, gibt es nochmals Aufregung um die bis vor kurzem dort angesiedelten Theaterräumlichkeiten. Diese wurden laut eigenen Angaben von der "Wiener Perspektive", einem Zusammenschluss der Freien Szene, besetzt. Bei der für die Renovierung zuständigen Haselsteiner-Privatstiftung weiß man davon allerdings nichts.

"Auf unserer Baustelle findet sich kein baustellenfernes Personal", hieß dort auf APA-Nachfrage. In einer Aussendung hat die "Wiener Perspektive" zuvor verkündet, den sogenannten Französischen Saal des Künstlerhauses, in dem bis zum Start der Bauarbeiten das Koproduktionshaus brut Wien untergebracht war, besetzt zu haben. "Dieser aktivistisch-künstlerische Akt ist eine Reaktion auf die Untätigkeit und Unentschlossenheit der Kulturpolitik", hieß es weiters. Man wolle "das Theater im Künstlerhaus sobald wie möglich wiedereröffnen und bespielen". Für Nachfragen war die "Wiener Perspektive" am Dienstag nicht erreichbar, sie veröffentlichten allerdings ein Bild auf ihrer Homepage. Laut Metadaten wurde das Bild jedoch bereits am 30. Jänner aufgenommen und mit Photoshop bearbeitet.

brut mit Situation unzufrieden

Angesichts des Protests der Freien Szene unterstrich Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler (SPÖ) vonseiten der Stadt gegenüber der APA ihr Interesse, sich auch weiterhin für diesen Theaterbereich einzusetzen, zumal sie die Not der Protagonisten verstehe. Zugleich sei die Stadt im Falle des brut nur Subventionsgeber und habe deshalb keine Handlungskompetenz. Wichtig sei jedoch, nicht zu sehr rückwärtsgewandt zu agieren und alle vernünftigen Optionen durchzudenken und zu prüfen, appellierte die Kulturpolitikerin. Dazu gehöre das seit längerem ventilierte Augarten-Atelier. Zugleich prüfe die Stadt Wien selbst auch eine stadtinterne Lösung, bei der man nicht von externen Partnern wie dem Bund und der Burghauptmannschaft abhängig sei.

Auch Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder hielt gegenüber der APA fest, dass er als Mieter des Hauses hier keine Entscheidungsbefugnis innehabe, klar sei aber: "Ich würde nie etwas gegen Künstler unternehmen. Künstlern, die ein Haus besetzen, sollte man nicht mit der Polizei, sondern mit Diskussionsbereitschaft begegnen."

Künstlerhaus nie als Theater konzipiert

Zugleich sei seine eigene Position weiterhin eindeutig: "Das Künstlerhaus ist ein Haus der Bildenden Kunst." Das Gebäude sei nie als Theater konzipiert gewesen. Erst in den 1970ern habe man aus der finanziellen Not heraus den Französischen Saal zum Theater umfunktioniert - was heutigen Sicherheitsauflagen überhaupt nicht mehr entspreche. "Ich habe daher eine klare Position - und das ist die der Denkmalpflege", unterstrich Schröder: "Die jetzige Situation bietet die einmalige Chance, die Zerstörung früherer Jahrzehnte wieder rückgängig zu machen und das brutale Loch wieder zu schließen, das man als Eingang in den Trakt geschlagen hat." Vielleicht könne man auch den damals entfernten Brunnen rekonstruieren.

(APA/red)

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