Kubica nach Rallye-Unfall in Italienschwer verletzt

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Formel-1-Pilot Robert Kubica ist Sonntag früh bei der Rallye "Ronde di Andora" in Norditalien (Region Ligurien) schwer verunglückt.
Formel-1-Star Kubica als Rallye-Pilot

Kubicas Berater Stephane Samson gab am Sonntagnachmittag bekannt, dass der 26-Jährige nicht mehr in Lebensgefahr schwebe. “Er hat allerdings sehr schwere Verletzungen an der linken Hand und am linken Bein, über deren genaue Art wir noch nichts wissen”, betonte Samson.

Wie sein Formel-1-Rennstall Lotus Renault bestätigte, wurde der 26-jährige Pole mit einem Hubschrauber in das Krankenhaus Santa Corona in Pietra Ligure gebracht. Italienische Medien berichteten, dass Kubica laut ersten Auskünften der behandelnden Ärzte in Lebensgefahr schwebe und ihm die Amputation einer Hand drohe.

Der Pole war am Steuer eines Skoda Fabia 2000 in der Gemeinde San Lorenzo in der Nähe von Genua bei hoher Geschwindigkeit von der Straße abgekommen und gegen die Mauer einer Kirche geprallt. Während sein Co-Pilot Jacub Gerber unverletzt aus dem Auto gestiegen sei, habe Kubica schwere Verletzungen erlitten. Unter anderem soll er sich mehrere Knochenbrüche zugezogen haben. Vor allem sein Handgelenk und seine Beine (u.a. Bruch des Oberschenkelknochens) seien schwer verletzt.

Laut Angaben der Rallye-Veranstalter war Robert Kubica mit seinem Skoda Fabia 2000 in der Gemeinde San Lorenzo auf nassem Asphalt ins Schleudern geraten und gegen eine Leitplanke gekracht. Diese bohrte sich in das Auto. Der Wagen schleuderte anschließend weiter und prallte mit hoher Geschwindigkeit gegen die Mauer einer Kirche. Die Polizei beschlagnahmte wie üblich in solchen Fällen das Auto, um es zu untersuchen.

Kubica erlitt mehrere Knochenbrüche und auch innere Verletzungen. Bei der Operation am Sonntagnachmittag sollten vor allem die inneren Blutungen des Polen gestoppt werden. Wegen der Handverletzung wurde ein Spezialist hinzugezogen. Ob eine Amputation der Hand drohe, wollte der Sprecher der Klinik nicht bestätigen. “Eine Amputation ist eine Entscheidung, die nicht so schnell getroffen wird”, lautete seine Antwort.

Laut Medieninformationen musste Kubica von den Rettungskräften aus dem Wrack geschnitten werden. Bei der Erstversorgung im Spital sei er bei Bewusstsein gewesen.

Die Rallye, für die 115 Fahrer gemeldet waren, wurde sofort nach dem Unfall unterbrochen. Kubica hatte in der Vergangenheit immer wieder an Rallyes teilgenommen. In der vergangenen Woche war er in Valencia am dritten Tag der Testfahrten für die kommende Formel-1-Saison Bestzeit gefahren.

In der Königsklasse des Motorsports, in der Kubica am 6. August 2006 in Ungarn als erster Pole debütierte, hatte er im Jahr 2007 einen der spektakulärsten Crashes der F1-Geschichte nahezu unverletzt überlebt: Im Grand Prix von Kanada in Montreal war Kubica damals im BMW-Sauber im wahrsten Wortsinn abgeflogen. Sein Auto wurde dabei komplett zerstört, er blieb fast ohne Blessuren. Ein Jahr später holte der Krakauer an gleicher Stätte seinen ersten und bisher einzigen Grand-Prix-Sieg.

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