KSV für Adriaanse "Gegner, den man wegblasen muss"

Österreichs Fußball-Vizemeister Red Bull Salzburg geht als klarer Favorit in die Freitagpartie (20.30 Uhr/live Premiere) der 14. Bundesliga-Runde in der Red-Bull-Arena gegen den Tabellenneunten Kapfenberger SV.

Die Salzburger haben alle sechs Heimpartien (Torverhältnis 16:2) und die vergangenen vier Liga-Spiele gewonnen und könnten mit einem vollen Erfolg zumindest bis zum Samstag-Duell der SV Ried mit Leader Austria die Tabellenführung übernehmen.

Alles andere als der fünfte Meisterschaftssieg in Serie nach den Erfolgen über Sturm Graz, Mattersburg, Rapid und Altach, wäre für Salzburgs-Coach Co Adriaanse eine herbe Enttäuschung. “Von der Papierform ist die Ausgangsklage klar. Kapfenberg ist ein Gegner, wo man in den Niederlanden sagt, dass man ihn wegblasen muss”, betonte der 61-Jährige. Unabhängig davon sei jeder Gegner in der Mozartstadt, wo die Bullen das letzte Mal am 23. März (0:7 gegen Rapid) verloren haben, nur Außenseiter. Der Tabellenzweite will dem Heimpublikum – es werden 12 bis 13.000 Zuschauer erwartet – attraktiven Offensivfußball bieten. “Mein Ziel ist es ja auch, viele Fans ins Stadion zu bringen”, wies Adriaanse einmal mehr hin.

Die seit fünf Runden ungeschlagenen Salzburger haben mit Kapfenberg auch noch eine Rechnung offen, kamen sie doch im ersten Saisonduell in der Steiermark über ein mageres 1:1-Remis nicht hinaus. Janocko bewahrte die Salzburger kurz nach seiner Einwechslung mit seinem Treffer in der 73. Minute vor einer totalen Blamage, nachdem Sencar die Falken vor der Pause in Führung geschossen hatte. “Wir müssen uns für dieses Spiel revanchieren. Wir sind zum Sieg verpflichtet”, merkte der “Bullen”-Coach an. Es sei zudem am Freitag ein ganz anderes Spiel als in der vierten Runde zu erwarten. “Damals war die Situation anders. Kapfenberg war von der Euphorie vom Aufstieg noch sehr motiviert”, sagte Adriaanse.

Bei den Mozartstädtern, die weiter auf Stammgoalie Timo Ochs (Muskelriss in der Hüfte) und Christoph Leitgeb (rekonvaleszent nach Meniskus-OP) verzichten müssen, wird Marc Janko im Gegensatz zum 4:3-Triumph in Altach (zur Pause eingewechselt) nach seinem Viererpack wieder in der Startformation stehen. Der 25-Jährige nimmt sich aber trotz seiner absoluten Topform selbst nicht zu wichtig. “Ich bin nur einer von elf Spielern am Feld und muss mich gerade für die vier Tore in Altach bei meinen Mitspielern bedanken”, meinte der in der Torschützenliste mit 14 Treffern klar auf Platz eins liegende ÖFB-Teamstürmer.

Bei den Steirern ruhen die Hoffnungen vor allem auf ihrem Toptorschützen Bernd Bernsteiner. Der 27-jährige Stürmer hat die letzten vier Treffer des KSV – jeweils einen Doppelpack bei den Heimsiegen gegen Altach (3:2) und Ried (2:0) – im Alleingang erzielt und dürfte für Kozelsky in die Startformation rücken. Die Truppe von Werner Gregoritsch ist zwar zuletzt mit vier Punkten aus zwei Spielen (2:0 gegen Ried, 0:0 bei Austria) in Fahrt gekommen und hat Schlusslicht Altach mit dem zweiten Saisonsieg um drei Punkte abgehängt, die extrem schwache Auswärtsbilanz spricht aber nach wie vor eine eindeutige Sprache.

Das 0:0 in Wien-Favoriten am 5. Oktober war die bisher einzige Ausbeute in sechs Spielen (Torverhältnis 3:15). Ihren letzten Auswärtssieg in der höchsten Spielklasse feierten die lange Zeit nicht im Oberhaus vertretenen Falken übrigens im Frühjahr 1966 (2:1 auf der Hohen Warte gegen die Vienna). Darauf folgten 24 sieglose Spiele in der Fremde (4 Remis, 20 Niederlagen).

“Salzburg ist zu Hause eine eigene Welt, sie produzieren einen perfekten Offensivfußball”, lobte Gregoritsch den Gegner. Deshalb sei es für seine Truppe wichtig, ohne Angst aufzutreten. “Wir müssen defensiv sehr gut organisiert stehen und giftig sein”, kennt der KSV-Coach das Erfolgsrezept. Die vergangenen beiden Auftritte haben den Coach jedenfalls positiv gestimmt. “Die Mannschaft hat zuletzt Charakter bewiesen und zweimal zu Null gespielt. Schön langsam lernen die Spieler, sie sind cleverer und routinierter geworden”, sagte Gregoritsch.

Die Steirer haben mit Salzburg, Rapid (31. Oktober/heim) und Sturm Graz (8. November/a) ein hartes Programm vor sich. Für die Salzburger geht es nach dem “Pflichtsieg” gegen den KSV beim LASK (1. November) und gegen die Austria (7. November) weiter. Im Heimspiel gegen den Tabellenführer soll auch wieder der obere Rang in der Red-Bull-Arena eröffnet werden, da mit bis zu 23.000 Zuschauern gerechnet wird. Bei den Bullen gab es übrigens auch abseits des Rasens eine erfreuliche Nachricht: Innenverteidiger Ibrahim Sekagya und seine Gattin durften sich über die Geburt ihres zweiten Sohnes Rohail freuen.

Mögliche Aufstellungen und technische Daten zum Freitagsspiel der
14. Runde der tipp3-Bundesliga:

Red Bull Salzburg – Kapfenberger SV Superfund (Red-Bull-Arena, 20.30
Uhr/live Premiere, SR Lechner). Bisheriges Saisonergebnis: 1:1
(auswärts). Keine Saisonergebnisse 2007/08.

Salzburg: Arzberger – Bodnar, Sekagya, Opdam, Gercaliu –
Tchoyi/Vonlanthen, Kovac, Janocko, Jezek – Janko, Zickler
Ersatz: Schober – Nelisse, Pitak, Boussaidi, Ngwat-Mahop, Aufhauser,
Dudic, Meyer, Öbster, Ilic, Pamic, Miyamoto
Es fehlen: Ochs (Muskelriss in der Hüfte), Leitgeb (rekonvaleszent
nach Meniskus-OP)

Kapfenberg: Eisl – Schönberger, Fukal, Taboga – Osoinik, Siegl,
Liendl, Schellander – Zimmerman, Felfernig – Bernsteiner
Ersatz: Susko – Wieger, Lienhart, Hüttenbrenner, Kozelsky,
Milosevic, Stepanek, Iencsi
Fraglich: Sencar (nach Krankheit)
Es fehlen: Rauscher, Akoto, Pejic, Erkinger (alle verletzt)

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