Kroatische Studenten protestieren gegen Gebühren

Etwa 300 Studenten haben die Lehre an der Philosophischen Fakultät in Zagreb lahmgelegt, berichteten kroatische Zeitungen. Sie fordern ein Ende für Studiengebühren.

Die Unabhängige Initiative für kostenfreien Hochschulunterricht will die Gebührenfreiheit für alle erfolgreichen Studenten durchsetzen. Die Studenten wollten ihre am Montag begonnene Aktion auch am Dienstag fortsetzen.

Die Studenten kamen am Montag zu Mittag in die Hörsaale und luden ihre Kollegen ein, ihre Blockade zu unterstützen. In ihrer Kundmachung riefen die Organisatoren des Protests alle Studenten, Professoren und Bürger zur Solidarität auf. Die Studiengebühren in Kroatien betragen zwischen 550 und 1.250 Euro pro Studienjahr. Der durchschnittliche Monatslohn belief sich im Dezember auf umgerechnet 717 Euro.

Laut dem Institut für Gemeinschaftliche Forschungen zahlen etwa 55 Prozent der Studenten in Kroatien für den Unterricht. Ein Kind, dessen Eltern weniger als 2.000 Kuna (271 Euro) verdienen, hat demnach dreimal geringere Chancen, ein Studium zu absolvieren, als ein Kind, dessen Eltern mehr als 10.000 Kuna verdienen. An der Universität in Zagreb kommen nur sechs Prozent von 642 Studenten, die an einer einschlägigen Studie des Forschungsinstituts teilnahmen, aus ärmeren Familien.

In Kroatien gibt es kein System, mit dessen Hilfe Studenten Stipendien oder Kredite bekommen können. In 91 Prozent der Fälle finanzieren die Eltern das Universitätsstudium ihrer Kinder. Wird nicht am Heimatort studiert, fallen neben den Gebühren noch zusätzlich Kosten etwa für Fahrt oder Wohnen an.

Der Studentenprotest wird u.a. vom ehemaligen Wissenschaftsminister Gvozden Flego und den beiden Kandidaten für die Leitung des Dekanats der Philosophischen Fakultät, Andrea Zlatar Violic und Damir Boras, unterstützt sowie auch vom Chef der Unabhängigen Wissenschaftsgewerkschaft, Vilim Ribic.

  • VIENNA.AT
  • Moj Bec News
  • Kroatische Studenten protestieren gegen Gebühren
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen