Kroatien: Jus-Professor kandidiert als Präsident

Die kroatischen Sozialdemokraten (SDP) schicken den Zagreber Rechtsprofessor Ivo Josipovic ins Rennen um die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr.

Die über 34.000 stimmberechtigten Mitglieder der größten kroatischen Oppositionspartei konnten am Sonntag bei der ersten Direktwahl eines Kandidaten in 500 Wahllokalen abstimmen. Laut inoffiziellen Ergebnissen, die die Partei im Internet veröffentlichte, erhielt Josipovic 64,78 Prozent der Stimmen. Ex-Wirtschaftsminister Ljubo Jurcic kam auf nur 35,22 Prozent.

Die Präsidentschaftswahl findet Anfang 2010 statt, wenn das zweite Mandat des jetzigen Staatspräsidenten Stjepan Mesic endet. Ambitionen für das Präsidentenamt gab am Sonntag auch Damir Kajin (47), Abgeordneter der IDS (Istrische Demokratische Versammlung) bekannt. Die regierende HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) wird mit Andrija Hebrang (63) in die Wahl gehen, den der überraschend zurückgetretene Premier und Parteichef Ivo Sanader vorgeschlagen hat. Miroslav Tudjman (64), ältester Sohn des ersten kroatischen Präsidenten Franjo Tudjman, hatte bereits Ende März sein Interesse am Präsidentenamt als unabhängiger Kandidat bekundet.

Josipovic kann laut einer Anfang Juli durchgeführten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts “Promocija plus” mit 14,4 Prozent Zustimmung rechnen, sein unterlegener SPD-Gegenkandidat Jurcic mit 13,2 Prozent. In Führung liegt allerdings Ex-Regierungschef Sanader mit 16,2 Prozent, der abgewunken hatte, überhaupt anzutreten. Hebrang unterstützen 3,6 Prozent der Wähler, Kajin und Tudjman jeweils rund drei Prozent.

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