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Kritik an Überwachungskameras am Wiener Donaukanal

Drei Kameras am Donaukanal geplant
Drei Kameras am Donaukanal geplant ©bilderbox.at
Drei Überwachungskameras sollen am Wiener Donaukanal - im Bereich des Treppelweges beim Szenelokal "Flex" - installiert werden. Dort sei es immer wieder u. a. zu Drogenhandel und Auseinandersetzungen gekommen, mit den Kameras soll sich die Situation nun beruhigen - eine Maßnahme, die beim Betreiber des "Flex" auf Unverständnis stößt.
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“Der rechtliche Bereich ist bereits geklärt, die Kameras sind zulässig. Jetzt ist noch der technische Bereich ausständig”, erklärte der Leiter der Sicherheits- und Verkehrspolizeilichen Abteilung, Peter Goldgruber. Deshalb könne man noch keinen genauen Zeitpunkt nennen, man werde aber wie üblich über die Errichtung informieren. Überwacht werde natürlich nur “die Oberfläche” im öffentlichen Bereich und nicht z. B. U-Bahn-Stationen. Auch betonte der Abteilungsleiter, dass das Flex nicht beobachtet werde: “Der Betreiber ist selbst sehr bemüht, für Ruhe zu sorgen.”

Flex-Geschäftsführer Thomas Eller hält allerdings nichts von der Aufstellung von Kameras im Bereich des Treppelweges. “Das finde ich ein bisschen eine Themenverfehlung”, konstatierte er im APA-Gespräch: “Es sind nach wie vor viele Dealer unterwegs – aber auf der Augartenbrücke.” Im Areal um das Flex habe man spätestens dank eigener Security keinerlei Probleme, weshalb er gegen die Überwachung sei: “Am Treppelweg lehne ich sie auf jeden Fall ab.” Es stelle sich die Frage, ob hier nicht ein Vorwurf gesucht werde, um die Flex-Gäste zu überwachen, anstatt das eigentliche Problem anzugehen.

Sicherheitschef Goldgruber unterstrich zugleich, dass man aus Erfahrung über die Wirkung von Überwachungskameras Bescheid wisse: “Momentan haben wir 20 Kameras im Bereich des Karlsplatzes und drei am Schwedenplatz”, so der Experte. Um wie viel Prozent die Straftaten in den überwachten Bereichen seit der Installation der Kameras im Jahr 2006 tatsächlich zurückgegangen sind, sei aus der Statistik nicht direkt ableitbar: “Ich kann nur sagen, die Tendenz von Delikten geht seither gegen Null. Die Kameras wirken sehr gut”, sagte Goldgruber. Nur am Karlsplatz würden die Überwachungen hin und wieder noch Drogenhandelsfälle überwiegend mit Substitutionsmittel zeigen. Die Betroffenen seien meist derart beeinträchtigt, dass offenbar selbst eine Kamera sie nicht davon abhalte.

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