Kraft und Hayböck nach Tournee positiv gestimmt

Stefan Kraft ist gut drauf
Stefan Kraft ist gut drauf
Für die Skispringer-Elite geht es nach der Tournee nahtlos weiter. 24 Stunden nach dem Finale in Bischofshofen erfolgte für das ÖSV-Team schon am Donnerstagabend mit dem Tourbus die Abreise zur nächsten Station der "Sechs-Schanzen-Serie" in Willingen. Einzel- und Teambewerb auf diesem großen Bakken sind das "Einfliegen" für die unmittelbar darauf folgende Skiflug-WM auf dem Kulm ab 14. Jänner.


ÖSV-Cheftrainer Heinz Kuttin tritt in Willingen mit Michael Hayböck, Stefan Kraft, Manuel Fettner, Manuel Poppinger und Philipp Aschenwald an. Der 20-jährige Aschenwald hatte in Bischofshofen erstmals Weltcuppunkte geholt und ersetzt Georg Schlierenzauer, der am Donnerstag seinen Verzicht auf die Teilnahme an den weiteren Saisonbewerben erklärt hat. Das WM-Aufgebot für den Kulm wird laut Kuttin fünf oder sechs Mann umfassen und nach Willingen nominiert.

Bei der WM ist eine Medaille das erklärte Ziel des Coaches. In Michael Hayböck und Stefan Kraft gebe es zwei Anwärter für den Einzelbewerb. “Und wir werden die weiteren Athleten für die Teamkonkurrenz einstimmen. Das wird eine große Challenge”, betonte Kuttin.

Hayböck und Kraft hatten schon bei der Tournee die Kohlen aus dem Feuer geholt. “Sie springen schon die zweite Saison sehr erfolgreich”, sagte Kuttin über die Zimmerkollegen, die nach dem Plätzen eins und zwei im Vorjahr nun am Mittwoch als Gesamt-Dritter und -Fünfer abschlossen. Man müsse akzeptieren, dass Prevc und Freund derzeit stärker seien. “Prevc leistet Unglaubliches, aber man hat auch gesehen, dass er vor der Tournee weiter vor der Konkurrenz war”, betonte Kuttin.

Kraft habe nach Meinung des Kärntners nach seinem Beinahe-Sturz im Probedurchgang mentale Stärke bewiesen. “Der folgende Sprung war einer der überhaupt wichtigsten für ihn”, erklärte Kuttin. Der 22-jährige Kraft zog jedenfalls viel Selbstvertrauen aus dem Abschlussbewerb auf seiner Heimschanze, auch wenn er den ersten Saison-Podestplatz verpasste.

Hayböck war nach den Tagesrängen zwei, fünf, fünf und drei überaus zufrieden. “Das war für mich der Beweis, dass ich mithalten kann. Zum Schluss zweimal auf dem Stockerl zu stehen, ist gewaltig”, betonte der Oberösterreicher nach dem dritten Tagesrang.

Die übrigen ÖSV-Springer kamen freilich nicht an frühere Saisonleistungen heran. Manuel Fettner, der schon zwei Top-Ten-Plätze geschafft hatte, erreichte einen 20. Platz als bestes Resultat, war aber immer im Finale. Das gelang Manuel Poppinger nur in Bischofshofen, da bewies der Flug-Spezialist jedoch einen Aufwärtstrend.

Kuttin ist überzeugt, dass die Athleten neben den zwei Aushängeschildern wieder stärker werden. “Da wird viel schlechtgeredet und werden von außen gezielt Nadelstiche gesetzt”, sagte der Cheftrainer auch in Richtung seines Vorgängers Alexander Pointner und dessen Zeitungskolumne während der Tournee. “Wir wissen, dass wir kleinere Brötchen backen müssen, aber wir arbeiten konzentriert weiter und werden früher oder später wieder mehr Leute haben, die konstant weiter vorne mitspringen.”

Die Tournee erwies sich auch bei den TV-Zuschauern als Hit. Die Stadien waren ausverkauft, im ORF erreichte die Traditionsserie insgesamt 3,145 Millionen Zuseher. Spitzenreiter war das Finale in Bischofshofen mit bis zu 1,136 Millionen Zuschauern. Im zweiten Durchgang waren durchschnittlich 973.000 Personen (40 Prozent Marktanteil) in ORF eins live dabei.

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