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Kottan im Rabenhof: Durchwachsene Premiere

Rudi Roubinek (Schrammel), Reinhard Nowak (Major Kottan), Doris Schretzmayer und Roman Gregory
Rudi Roubinek (Schrammel), Reinhard Nowak (Major Kottan), Doris Schretzmayer und Roman Gregory ©APA
Das Volksstück "Kottan ermittelt" mit Reinhard Nowak sorgte für zahlreiche Lacher, aber wenig nachhaltiges Interesse. Zur Premiere gab es viel Prominenz und aktuelle politische Bezüge im Wiener Rabenhof-Theater zu sehen.

Die ORF-Serien der 70er Jahre feiern derzeit fröhliche Urständ. Im Kino erlebte das Revival des “Echten Wiener” Rekordbesuche, auch ein neuer “Kottan”-Film von Peter Patzak mit Lukas Resetarits in der Rolle des legendären Polizei-Majors ist gerade in Umsetzung begriffen. Zuvor darf der grantige Kieberer aber noch im Wiener Rabenhof-Theater sein Glück versuchen: Die Bühnen-Adaption der ersten “Kottan”-Folge “Hartlgasse 16a” auf die Rabenhof-Adresse “Rabengasse 3a” durch Hausherr Thomas Gratzer hinterließ bei der gestrigen Premiere jedoch einen durchwachsenen Eindruck.

Patzak und Resetarits hatten sich an dem lauen Mittwochabend nicht im Gemeindebau-Theater eingefunden, ansonsten ließ sich aber nur wenig Prominenz – darunter Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) und die ehemaligen Seriendarsteller Franz Buchrieser, Franz Suhrada und Chris Lohner – die mit Vorfreude erwartete Premiere entgehen. Dass diese Vorfreude vom Ensemble rund um Reinhard Nowak nur bedingt eingelöst werden konnte, lag vor allem an der volkstheaterhaften Inszenierung und den wenig überzeugenden Schauspielleistungen.

Besonders Nowak selbst stand als Kottan naturgemäß im Mittelpunkt des Interesses. Sein übertriebenes Spiel und der starke Hang zum cholerischen Wiener legten aber eher Erinnerungen an den schimpfenden Mundl Sackbauer als an den mürrischen Adolf Kottan nahe. Rudi Roubinek als Musterassistent Schrammel hinterließ einen viel stärkeren Eindruck, auch Markus Kofler als Student Mautner und Dany Sigel als die alte Böheim überzeugten. Doris Schretzmayer, Roman Gregory und Bernhard Majcen blieben dagegen äußerst blass.

Fairerweise muss man jedoch hinzufügen, dass die klischeehafte Figurenzeichnung den Charakteren nicht viel Raum lässt sich zu entfalten. Gratzer treibt die Inszenierung so schnell wie möglich voran, die sich ständig verschiebenden Gemeindebau-Mauern (mit Bildern vom Rabenhof im verfremdeten Stil der hauseigenen Grafik) ermöglichen rasche Szenenabfolgen und leider zumeist recht abgehackte Dialoge. Die klassische Whodunit-Konstellation wird dramaturgisch leider sehr vernachlässigt: die Frage nach dem Mörder interessiert zur Pause nicht wirklich.

Dass trotzdem oft gelacht wurde im Rabenhof, lag an den vielen schönen Dialekt-Onelinern aus dem Originaldrehbuch von Helmut Zenker und an den zahlreichen selbstreferenziellen bzw. auch aktuellen politischen Bezügen. Wenn mit FPÖ-Chef HC Straches Wahlspruch “sozial statt sozialistisch” sofort ausländische Banden des Mordes verdächtigt werden oder ein Polizist beim Verhör anbietet, Kottan gerne kurz mit den türkischen Immigranten alleine zu lassen, funktioniert die Satire bestens – und Georg Danzers eingespielte Aufforderung “Loch amoi” ist gar nicht mehr nötig.

Viel zu oft wirkt der bissige Humor dieser ersten Folge der Fernsehserie, die noch nicht als absurde Komödie angelegt war und in der sich Franz Buchrieser als rassistischer Chef-Ermittler einst in einer durchaus zwiespältigen Rolle bewährte, einfach nur platt. Und zu oft wird die im Original sorgsam angelegte Satire effekthascherisch an einen schnellen plumpen Schmäh verkauft. Typisch für ein Volksstück? Vielleicht. Jan und Tibor Zenker, die Söhne des verstorbenen Autors, wirkten im Schlussapplaus jedenfalls zufrieden. Jan darf sich nun auch als Drehbuchautor für Patzaks Film bewähren.

Kottan ermittelt” im Rabenhof-Theater, weitere Termine: 17., 18., 24., 25. April, 15., 16., 23., 24., 28.-30. Mai – http://www.rabenhof.at

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