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Kontroverse um Werbeflächen vor Schönbrunn

Gewista-Generaldirektor Karl Javurek reagiert verärgert auf Forderungen des Schönbrunn-Geschäftsführers Franz Sattlecker, wonach die neuen Plakatflächen des Wiener Werbeunternehmens vor dem Schlossareal entfernt werden sollen.

Javurek bezeichnete die Entscheidung Sattleckers, sich in dieser Angelegenheit an die Medien zu wenden, als “unhöfliche und ungewöhnliche Vorgangsweise”. Schließlich befinde man sich mitten im Prozess der Lösungsfindung.

Der Gewista-Chef betonte, dass er einen mit 18. Jänner datierten Beschwerdebrief Sattleckers an das Unternehmen vor drei Tagen beantwortet habe. “Selbstverständlich verstehen wir Ihre Argumentation und Ihren Wunsch nach einer sauberen Optik im öffentlichen Raum vor dem UNESCO-Weltkulturerbe”, heißt es in dem Gewista-Schreiben, das der APA vorliegt. Javurek berichtete, er habe nach Medienberichten über Sattleckers öffentliche Äußerungen “etwas ungehalten” reagiert. Sattlecker war mit seinen Kritikpunkten am Dienstag an die Öffentlichkeit gegangen und hatte die Entfernung der rund 30 kürzlich auf Masten montierten Halbschalen entlang der Schlossfassade gefordert.

Javurek betonte, er habe dem Schönbrunn-Chef in seinem Antwortschreiben ein “beiderseitiges Arrangement” in Aussicht gestellt. Inzwischen sei vereinbart worden, dass am Montag eine Vor-Ort-Begehung mit Vertretern beider Seiten stattfinden soll. Laut Javurek ist es vorstellbar, unter Umständen die Halbschalen im unmittelbaren Haupt- und Eingangsbereich wieder zu entfernen.

Im Gespräch mit der APA gab der Gewista-Chef zu bedenken, dass in diesem Fall wiederum die Wildplakatierer “fröhliche Urständ feiern” werden, was noch viel weniger einem Weltkulturerbe – und als solches gilt Schönbrunn – angemessen sei. Deshalb müsse auch geklärt werden, wer für die Pflege der Strom- und Lichtmasten nach einer eventuellen Demontage der Werbeflächen zuständig ist. Die Gewista könne die Säuberung nicht organisieren, hieß es.

Auf wiederholte Vorwürfe, die Gewista befinde sich mit Hilfe der Stadt Wien in einer marktbeherrschenden Stellung, meinte Javurek, dies sei “eine Frage der gesetzlichen Möglichkeiten”. Sein Unternehmen bewege sich jedenfalls im Rahmen der Legalität. Schließlich würden die kartellbehördlichen Beteiligungsschritte der Gewista penibel überprüft. Tüchtigkeit und Innovation seien die Erfolgsrezepte.

Bedenken bei der Verkehrssicherheit, wie sie die Grünen formuliert hatten, wies Jaruvek zurück: “Das stimmt einfach nicht.” Die MA 46 (Magistratsabteilung für Verkehr) habe die Werbetafeln vor dem Schloss genehmigt, wobei einige der insgesamt 5.000 Standorte in Wien nicht zugelassen worden seien.

Sattlecker bestätigte am Mittwoch den gemeinsamen Begehungstermin. Die Schönbrunn-Direktion habe gestern, Dienstag, Javureks Schreiben erhalten und freue sich über die Gesprächsbereitschaft der Gewista. Allerdings verlange man weiterhin, “dass die Plakat-Schalen entlang der Schlossfassade im Kernzonenbereich des Weltkulturerbe entfernt werden”, so Sattlecker.

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