Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Kommerz gegen Tradition

Aufeinandertreffen zwischen SK Rapid und Red Bull Salzburg am Sonntag im Hanappi-Stadion gilt auch als Duell zwischen Tradition und Kommerz.

Auf der einen Seite steht der Rekordmeister und wohl populärste Verein des Landes, der den Club-Namen frei von Sponsoren hält und auf alte, symbolträchtige Rituale wie die „Rapid-Viertelstunde“ setzt, auf der anderen Seite die Mozartstädter, die ein wichtiger Bestandteil der Marketing-Strategie von Red Bull sind.

Nach der Übernahme der Salzburger vor über zwei Jahren änderte der Getränkekonzern kurzerhand die Trikot-Farben – bei Rapid wäre das unvorstellbar, wie Präsident Rudolf Edlinger betonte. „Rapid wird immer grün-weiß sein und Rapid heißen.“ Dass der Vereinsname irgendwann mit einem Sponsornamen ergänzt wird, wollte der ehemalige Finanzminister aber nicht gänzlich ausschließen. „Die Frage ist nicht, ob der eine oder andere Finanzier stärker in Erscheinung tritt, sondern wie die Entscheidungsprozesse im Verein verlaufen.“

Das Präsidium müsse laut Edlinger weiterhin von den Mitgliedern gewählt werden. „Rapid ist natürlich massiv daran interessiert, Sponsoren zu finden, aber der Verein wird nicht verkauft.“

Bei aller Traditionspflege – so wie alle anderen Clubs unterliegt eben auch Rapid wirtschaftlichen Zwängen. „Es ist völlig klar, dass die Ökonomie bei einem Profiverein eine wichtige Angelegenheit ist, wie wir letztes Jahr schmerzlich am eigenen Leib erfahren mussten. Tradition ist ein wichtiges Element, aber man darf die Ökonomie nicht vergessen“, mahnte Edlinger.

Auch Rapid kann sich der Tatsache nicht verschließen, dass im Fußball Erfolg und Geld zumeist beim gleichen Verein zu Hause sind. Dennoch bestehen gravierende Unterschiede zwischen den Hütteldorfern und den „Bullen“. „Es sind zwei verschieden Philosophien. Die eine ist aus der Tradition geboren, im anderen Bereich wird alles mit Geld gemacht. Wenn Mateschitz nicht mehr beim Verein ist, wird es Red Bull Salzburg nicht mehr geben, wenn Edlinger nicht mehr beim Verein ist, gibt es Rapid weiterhin“, sagte der Rapid-Chef.

Vier Mal hat Rapid seit der Red-Bull-Regentschaft in Wals-Siezenheim gespielt, wobei es Edlinger jedes Mal vorzog, die Partie vor dem TV-Gerät mitzuverfolgen. „Wenn ich auf einen Fußball-Platz gehe, will ich ein Fußball-Match sehen und kein Tingel-Tangel“, spielte der Präsident auf das umfangreiche Rahmenprogramm bei einem Salzburg-Heimspiel an.

Die „Bullen“-Bestrebungen, schon bald mit schöner Regelmäßigkeit in der Champions League zu spielen, hält Edlinger für unrealistisch. „Es ist immer gut, wenn man sich hohe Ziele steckt, aber ein Krampf, wenn man sie nicht erreicht. Die österreichische Liga ist zu schwach, um einen Verein so zu fordern, dass er in dieser Top-Liga eine Rolle spielt.“

Red-Bull-Salzburg-Geschäftsführer Helmut Sandrock bestritt allerdings, dass die Salzburger überhaupt Dauergast in der Eliteliga sein wollen. „Wir sind nicht so vermessen zu glauben, dass wir permanent in der Champions League dabei sein können. Mit den 25 oder 30 Top-Clubs in Europa können und wollen wir nicht mithalten“, meinte der Deutsche und ergänzte: „Wenn man glaubt, dass man auf Dauer dabei sein kann, müsste man solche Investitionen tätigen, die wir nicht tätigen wollen.“

Auch in einem anderen Punkt widersprach Sandrock dem Rapid-Präsidenten. „Wenn ich mir anschaue, dass sowohl Salzburg als auch Rapid professionellen Fußball organisieren und spielen, kann ich nicht viel Unterschiede erkennen. Um erfolgreich zu sein, muss man auf Partner zurückgreifen. Wir haben eben einen starken, Rapid mehrere.“

Laut Sandrock gibt es keine allzu großen Abweichungen in der Vereinspolitik. „Wir haben vielleicht eine stylishe Ausrichtung, aber das heißt ja nicht, dass wir alle Dinge eins zu eins umsetzen können und wollen.“ In punkto Tradition können die „Bullen“ mit Rapid einfach nicht mithalten, das weiß auch Sandrock. „Rapid kann natürlich auf eine ganz andere Historie zurückblicken. Wir haben in Salzburg auch versucht, die Historie mitzunehmen. Zumindest ein Teil der Fankultur ist mitgegangen.“

Fill 1Created with Sketch. zurĂĽck zur Startseite
  • VIENNA.AT
  • Wiener Fussball
  • Kommerz gegen Tradition
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • VerstoĂź gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen