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Komasaufen: Gegenkampagne zeigt Wirkung

Kdolsky liefert Ergebnisse ihrer Initiative gegen Alkoholmissbrauch.

“Nachdenken statt Nachschenken”
Komasaufen – dieser „jüngste“ Jugendtrend war im Jahr 2007 auf dem Vormarsch. Weit über 1300 jugendliche landeten im letzten Jahr mit zum Teil schweren Alkoholvergiftungen im Krankenhaus. Da dies die Alarmglocken im Ministerium für Gesundheit erwartungsgemäß zum Läuten brachte, startete man eine groß angelegte Auklärungskampagne, um die Jugendlichen von der Gefahr, die Alkoholkonsum mit sich bringt, abzubringen. Am 21. Jänner präsentierte die Gesundheitsministerin Dr. Andrea Kdolsky in der Wiener Urania eine erste Bilanz dieser Initiative.

Mitwirkung von Gastronomie gefragt
Man setzte in dieser Causa auf mehrere Schwerpunkte: So versuchte man, die Gastronomiebetriebe und Händler dazu zu bringen, das Alter von Alkoholkonsumenten genauer zu kontrollieren. In einigen Supermarktketten setzte man auf unkonventionelle Maßnahmen: An den Kassen wurden Alarmglocken angebracht, die sobald ein Alkoholika über die Kassa ging, die Kassierer daran erinnerte, nach dem Alter des Käufers zu fragen.

Zahlen zeigen leicht positiven Trend
Positive Effekte zeigten sich prompt in Umfragen, die man bei Jugendlichen durchführte, so Kdolsky: „Ende 2007 waren es um 7% beziehungsweise um 5% weniger Jugendliche, die angaben, nicht kontrolliert worden zu sein. Und die Anzahl Jugendlicher, die mit Alkoholvergiftungen im Krankenhaus landeten, ist im zweiten Halbjahr zurückgegangen.“

Um Jugendliche so direkt wie möglich anzusprechen, war man in Freibädern unterwegs, um wichtige Aufklärungsarbeit zu leisten. Ein weiterer wichtiger Bereich waren die Tankstellen, die „Schlupflöcher“ für Jugendliche, um trotz aller Kontrollen in den Lokalen an Spirituosen zu gelangen. „Wir konnten 1900 Tankstellen dazu bringen, sich zu der Kampagne zu bekennen“, so die Ministerin.

Lob für Zusammenarbeit mit Ländern

Der ebenfalls anwesende Christoph Lagemann, Leiter des Instituts für Suchtprävention, lobte die gute Zusammenarbeit des Ministeriums mit den Ländern: „Man hat nicht in Wien, wie wir es sonst kennen, irgendein Konzept gemacht, und uns dann vorgelegt, sondern uns angerufen, und gefragt, was bereits passiert. So konnten wir die bestehenden Konzepte optimal in diese Kampagne einbauen.“

Ministerin Kdolsky gibt sich jedenfalls mit dem bisher Erreichten zu frieden. Ein nächstes großes Ziel sie ein einheitliches Bundesgesetz für Jugendschutz, welches jedoch durch die föderalen Strukturen Österreichs nicht leicht durchzuführen sein wird.

Video von der Pressekonferenz …

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