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Kofler krönt Comeback mit Tourneesieg

Andreas Kofler krönte sein Comeback mit dem Tourneesieg
Andreas Kofler krönte sein Comeback mit dem Tourneesieg ©EPA
Silber von der Großschanze und Gold mit der Mannschaft bei den Olympischen Spielen 2006. Mit 21 hatte Andreas Kofler im starken Team der ÖSV-Adler schon vor vier Jahren ausgezeichnete Erfolge gefeiert. Doch die Karriere-Entwicklung des Stubaitalers ging in der Folge nicht so weiter wie erhofft.

Kofler, der nur wegen eines Zehntelpunktes weniger nicht Doppel-Olympiasieger genannt werden darf, weil Thomas Morgenstern an jenem Tag der Glücklichere gewesen war, verlor in den vergangenen beiden Jahren bis zu dieser Saison den Anschluss an die absolute Spitze.

Tiefpunkt war wohl vor exakt einem Jahr, als “Kofi” in Bischofshofen als 55. gar die Qualifikation für das Tournee-Finale versäumt hatte. Zwölf Monate später kann die Welt für den sympathischen Tiroler nicht unterschiedlicher aussehen. Nach dem Auftaktsieg in Oberstdorf und zwei vierten Plätzen in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck als Leader nach Bischofshofen gekommen, schloss sich am Dreikönigstag mit Platz fünf für ihn dieser Kreis. Mit 25 wurde Kofler ähnlich überraschend Tournee-Gesamtsieger wie vor einem Jahr Wolfgang Loitzl. Als achter österreichischer Springer entschied er diese Traditionsveranstaltung für sich und wurde zum Nachfolger des Steirers.

Gerade rechtzeitig ist Kofler, der nach der Enttäuschung vor einem Jahr in Absprache mit Cheftrainer Alex Pointner wieder verstärkt mit seinem Jugendtrainer Markus Maurberger arbeitete, in der Olympia-Saison wieder zurückgekehrt. Der 25-Jährige hat sich auch privat verändert, ist seit kurzem in eine Eigentumswohnung in Thaur übersiedelt und hat mit viel Arbeit und der Rückkehr zu seinen “Ur-sprüngen” eingeschlichene Technik-Fehler beseitigt.

Mit konstanten Leistungen in dieser Saison hat er sich auch das nötige Selbstvertrauen zurückgeholt. Darum wollte er sich trotz eines immer stärker werdenden Gregor Schlierenzauer auch nicht mit einem zweiten oder dritten Gesamtrang zufrieden geben. “Ich gehe natürlich schon aufs Ganze. Es wäre komisch, wenn ich es nicht erreichen möchte.” Gerade nach der schwierigen Zeit, als er den Anschluss zur Weltspitze verloren hatte, zählt das umso mehr. “Ich schätze, was ich habe. Ich habe zwei Jahre gefightet, es hat jetzt einen ganz anderen Stellenwert.”

Die anfängliche sportliche Begeisterung des Andreas Kofler galt eigentlich dem Fußball. “Zum Skispringen bin ich eigentlich nur gekommen, weil mein damals bester Freund immer montags, mittwochs und freitags zum Training gefahren ist, und ich mir dachte, was der da wohl macht”, erinnert sich Kofler zurück. Als er sich dann dem Skispringen zuwandte, musste er sich entscheiden – und er entschied sich mit 10 für das Fluggefühl und gegen sein Ballgefühl.

Der Sport hat ihm auch geholfen, die Scheidung seiner Eltern zu verkraften. Eine Trennung, die ihn als Kind sehr lange belastet hatte. Dabei hatte er davor im Alter von sieben Jahren sogar eineinhalb Jahre in den USA (Barrington/Rhode Island) gelebt, weil sein Vater dort beruflich engagiert war. Für Kofler ist gerade auf Grund dieser Vorgeschichte die Familie sein Ein und Alles. Seine Mutter Renate und seine Schwester Daniela bedeuten ihm sehr viel. Mit seinem ersten Preisgeld hat er den beiden Geschenke gekauft.

Der immer freundliche “Naturbursch”, der ursprünglich in Telfes – nur 1,5 km von Fulpmes, dem Heimatort von Gregor Schlierenzauer entfernt – aufgewachsen ist, hatte schon 2002/03 sein Talent bewiesen. Er wurde damals als bester Österreicher Gesamt-Vierter der Vierschanzen-Tournee. Sieben Jahre später steht er ganz oben.

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