Kofler feierte in Engelberg zweiten Saisonsieg

Der nach dem ersten Durchgang führende Tiroler segelte auf 127 und 135 m und gewann damit vor dem am Freitag und Samstag auf gleicher Schanze siegreichen Thomas Morgenstern (+6,3 Zähler) und dem stärker werdenden Polen Adam Malysz (10,0). Damit haben die ÖSV-Adler sechs der sieben bisherigen Einzel-Weltcupkonkurrenzen für sich entschieden.
Das Ergebnis

Mit Morgenstern, Kofler, Wolfgang Loitzl, Martin Koch und Manuel Fettner hat sich Cheftrainer Alexander Pointner gegenüber der APA – Austria Presse Agentur nach dem Bewerb auf vorerst fünf Mann für die 59. Auflage der Tournee festgelegt. Ob es noch einen sechsten oder gar einen siebenten Starter geben wird, entschied sich im Laufe des Sonntags. Abhängig vom Kontinentalcup könnte Österreich noch einen Quotenplatz für den ersten Saisonhöhepunkt ergattern.

Der dritte Engelberg-Bewerb in Folge war von schlechten Windbedingungen geprägt. Im ersten Durchgang hatte immer stärker werdender Rückenwind die Elite gehörig durcheinandergewirbelt und für ein unerwartetes Zwischenergebnis gesorgt. Von den Topleuten machte allerdings Kofler das Beste aus den Verhältnissen und schuf damit die Basis zu seinem zweiten Saisonsieg.

“Es war ein sehr schwieriges Springen, es macht natürlich Spaß, wenn man dann trotz der Bedingungen führt”, freute sich Kofler im Gespräch mit der APA über den gelungenen Bewerb. “Ich bin am ersten Tag auch schon knapp dran gewesen, da ist das heute schon Balsam für mich. Für mich ist es etwas ganz Besonderes, in Engelberg zu gewinnen.” Kofler begründete dies mit einer unliebsamen Erfahrung. “Vor drei Jahren habe ich auch geführt nach dem ersten Durchgang, da bin ich dann umgefallen, insofern habe ich hier noch eine Rechnung offen gehabt”, erinnerte er sich nach dem insgesamt schon 13. ÖSV-Sieg in Engelberg.

Sein schärfster Rivale ist derzeit Morgenstern, und dessen Serie hat er vorerst gestoppt. “Der Morgi weiß natürlich, was er kann. Bei mir ist die Formkurve auch im Steigen, ich kann mich super entwickeln. Ich freue mich auf die Tournee, jetzt ist Erholen angesagt, dann werde ich den Motor wieder rauffahren.”

Morgenstern war nach dem ersten Sprung an siebenter Stelle gelegen, die sechs Zähler Rückstand auf Kofler waren letztlich zu viel, um seine Serie von vier Weltcup-Erfolgen en suite fortzusetzen. “Es ist ein sensationeller Wettkampf gewesen, ein zweiter Platz ist auch cool. Es macht Spaß, skizuspringen. Serie hin oder her, darüber habe ich mir nicht den Kopf zerbrochen, weil irgendwann ist es sowieso vorbei. Der erste Durchgang war sehr schwierig, trotzdem war es ein hohes Niveau und es freut mich für den Andy”, meinte Morgenstern.

Und auch der Cheftrainer war glücklich. “Das war ein schönes Wochenende. Es war für jeden etwas dabei”, freute ÖSV-Chefcoach Pointner, der den “coolen” Kofler lobte. “Gestern ist er zu mir gekommen und hat mir nach dem Bewerb gesagt, dass er jetzt auch wieder gewinnen will.” Ohne Qualifikations- bzw. Probedurchgang ging Kofler in den Bewerb und schuf sich mit einem 127-m-Satz bei schlechten Bedingungen die Ausgangslage zum insgesamt vierten Weltcupsieg seiner Karriere. “Thomas und er haben derzeit die stabilste Technik”, lobte Pointner seine Schützlinge. Der nach dem ersten Sprung nur 21. Wolfgang Loitzl verbesserte sich auch noch um zehn Ränge, verpasste die Top Ten also nur um einen Platz.

Österreichs Skispringer sind und bleiben das Maß der Dinge im Weltcup-Zirkus. Von den bisher sieben Weltcup-Konkurrenzen haben die ÖSV-Adler durch Morgenstern (4) und Kofler (2) sechs gewonnen. Weltcup-Leader Morgenstern und der regierende Tournee-Gesamtsieger Kofler können damit ruhigen Gewissens in Richtung Weihnachtspause gehen, denn für die 59. Vierschanzen-Tournee sind diese beiden Springer die absoluten Favoriten. Rechtzeitig zur Tournee hat allerdings auch der unverwüstliche Adam Malysz seine Form gefunden, sorgte der Pole doch am Samstag und Sonntag in Engelberg für die Plätze zwei und drei, seine ersten Podestplätze in der WM-Saison.

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