Kirchenbank Schellhammer & Schattera will Casinos-Anteile abgeben

Heilige Scheine? Kirchenbanken sind im Geschäft.
Heilige Scheine? Kirchenbanken sind im Geschäft. ©Symbolbild/Bilderbox
Die Kirchenbank Schelhammer & Schattera - sie steht zu 85 Prozent im Eigentum von kirchlichen Institutionen - will sich im Zuge ihrer verstärkten Konzentration auf ethische und nachhaltige Geldanlagen von ihren Anteilen am Glücksspielkonzern Casinos Austria trennen.

“Ja, wir denken darüber nach, das ist ein Thema. Wir suchen mittel- bis langfristig nach Lösungen, wie wir aussteigen können”, sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Martinek am Freitag im Gespräch mit der APA. Die Bank ist mit 5,31 Prozent an der Casinos Austria AG beteiligt. Die Beteiligung bestehe “aus einer Tradition heraus”, so Martinek.

“Spezialist für ethische und nachhaltige Geldanlagen”

“Wir sehen uns als Spezialist für ethische und nachhaltige Geldanlagen”, sagte Martinek. Die Beteiligung an den Casinos Austria zähle nicht zum Kerngeschäft und werde auch von den Kunden vermehrt angesprochen.

Von den 850 Mio. Euro Veranlagungsvolumen würden 87 Prozent nach ethischen Gesichtspunkten veranlagt, bei den reinen Publikumsfonds seien es 100 Prozent. Mit ihrem Superior 1 Ethik Renten-Fonds beispielsweise erzielte die bankeigene KAG in den letzten drei Jahren eine durchschnittliche Performance von 5,70 Prozent per anno bei einer relativ geringen Volatilität von 2,94. Heuer waren es bis Ende September 1,05 Prozent.

Neben Ethik-Fonds hat das Bankhaus auch eine ethische Depotverwaltung im Angebot. Hier können Kunden ihr eigenes nach ethischen oder nachhaltigen Kriterien ausgerichtetes Depot zusammenstellen. 15 Prozent des verwalteten Volumens entfallen auf dieses Produkt.

Suche nach ethischen Veranlageprodukten

Am bevorstehenden Weltspartag will die Kirchenbank allerdings das erst vor wenigen Monaten aufgelegte Ethik-Sparbuch in den Mittelpunkt stellen. Schelhammer & Schattera sei österreichweit das einzige Institut, das ein solches Sparbuch anbiete, sagte Martinek. Nicht nur sei die Nachfrage nach ethischen Veranlagungsprodukten gestiegen, sondern viele Leute wollten nicht mehr in Wertpapiere gehen, so der Vorstandsvorsitzende. Bisher entfallen rund 5 Prozent der 160 Mio. Euro hohen Spareinlagen auf das Ethik-Sparbuch. Die von der Bank garantierte ethische Veranlagung der Gelder erfolge über einen eigenen Vermögenskreis.

Durch die Finanzkrise seien die Kunden sehr verunsichert und die Nachfragestruktur habe sich verändert, so Martinek. Diese Veränderungen seien Thema in praktisch jedem Beratungsgespräch. Vor allem Gold, Edelmetalle, Sachwerte und Immobilien – etwa Vorsorgewohnungen – werden verstärkt nachgefragt. (APA)

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