Kirchen führten Spitzengespräche mit Politik

Lackner wurde von Van der Bellen empfangen.
Lackner wurde von Van der Bellen empfangen. ©APA/BUNDESHEER/PETER LECHNER
Die Spitzen der Katholischen und Evangelischen Kirchen haben am Freitag Spitzengespräche mit der Politik geführt. So ist der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Franz Lacker, von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Hofburg empfangen worden.

Gemeinsam mit mehreren Bischofskollegen stand danach auch eine Unterredung mit Spitzenvertretern der Grünen auf dem Programm. Vizekanzler Werner Kogler empfing außerdem den evangelischen Bischof Michael Chalupka.

Themen des Arbeitsgesprächs

Das Arbeitsgespräch zwischen Van der Bellen und Lacker drehte sich inhaltlich um die Folgen der Corona-Pandemie für die Kirchen bzw. die Religionsausübung, das grundsätzliche Staat-Kirche-Verhältnis sowie um die "Situation der Flüchtlinge", wie Van der Bellen im Anschluss twitterte. Auch das VfGH-Urteil zum assistierten Suizid war Thema. Der Erzbischof sprach auf Facebook von einem interessanten und wertschätzenden Gespräch "im Sinne des bleibenden Auftrags, aus der je eigenen Verantwortlichkeit heraus stets das Gemeinwohl im Blick zu haben."

Breiter angelegt war die Unterredung mit den Grünen per Video. Vonseiten der Kirche nahmen neben Lackner auch die Bischöfe Manfred Scheuer, Wilhelm Krautwaschl, Hermann Glettler, Franz Scharl und Stephan Turnovszky sowie Bischofskonferenz-Generalsekretär Peter Schipka an dem Dialog teil. Die Grünen waren neben Vizekanzler Kogler durch Umweltministerin Leonore Gewessler, Justizministerin Alma Zadic und Klubobfrau Sigrid Maurer vertreten. Besprochen wurde laut Kathpress eine breite Themenpalette vom assistierten Selbstmord über die Bereiche Menschenrechte und Armutsbekämpfung bis zum Klimaschutz.

"Das heutige Gespräch hat einmal mehr bewiesen, dass die katholische Kirche und ihre Vertreter wichtige Verbündete in der Armutsbekämpfung, im Kampf gegen die Klimakrise und für den Schutz der Menschenrechte sind", resümierte Kogler. Für Lacker gehört es "zum Grundauftrag der Kirche, aus ihrer christlichen Perspektiven am Gemeinwohl mitzuwirken".

Austausch erstmals in dieser Form

Der erstmals in dieser Form geführte Austausch mit den Grünen ist Teil eines regelmäßigen Dialogs mit den politischen Spitzen des Landes, den die Bischofskonferenz zuletzt intensiviert hat. So gibt es seit über zwei Jahren Spitzengespräche der Bischofskonferenz mit allen im Parlament vertretenen Parteien. Nach Begegnungen mit ÖVP, SPÖ, FPÖ und jetzt den Grünen soll noch im April erstmals ein Spitzengespräch mit NEOS stattfinden.

Kogler ist am Freitag auch noch mit dem evangelisch-lutherischen Bischof Michael Chalupka und Diakoniedirektorin Maria Katharina Moser zu einem Arbeitsgespräch zusammengetroffen. Bei diesem Gespräch war auch der Verlust des Karfreitags als gesetzlicher Feiertag für die Evangelischen Thema. Chalupka äußerte hier die Erwartung, dass die Wichtigkeit des Karfreitags als Feiertag für die Gesellschaft "noch einmal überdacht wird". Jedenfalls brauche es ein "dringendes Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Protestanten und ihrer Geschichte in Österreich", so der Bischof.

(APA/Red)

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