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Kindergärten fordern einheitliche Corona-Regeln

Kindergärten pochen auf bundesweit einheitliche Regeln.
Kindergärten pochen auf bundesweit einheitliche Regeln. ©pixabay.com (Symbolbild)
Das Netzwerk Elementare Bildung in Österreich (NeBÖ) fordert einheitliche Vorgaben für den Umgang mit der Corona-Pandemie an den Kindergärten. "Es ist ein Wahnsinn, dass die Häuser sich in diesen Zeiten selber Maßnahmen stricken müssen, wie sie zurecht kommen", kritisiert Sprecherin Natascha Taslimi gegenüber der APA.

Sie will etwa einheitliche Vorgaben, wann während eines Lockdowns Betreuung angeboten wird.

Kritik an nicht angepassten Öffnungszeiten

Dass die Öffnungszeiten der Kindergärten trotz Coronavirus-Pandemie nicht angepasst wurden, ist für Taslimi nicht nachvollziehbar. Eltern, die derzeit nicht Vollzeit arbeiten, sollten ihre Kinder auch nicht ganztägig im Kindergarten betreuen lassen können, "weil eben Pandemie ist". Die Kindergärten berichteten von 80 Prozent Auslastung, gleichzeitig sollten die Gruppen im Garten oder in Früh- und Spätbetreuung nicht durchmischt werden. "Solange diese Öffnungszeiten allen über die gesamte Dauer offenstehen, ist das nicht stemmbar", so die NeBÖ-Sprecherin.

Unterstützung in den Kindergärten gefordert

Die Kindergartenleitungen bräuchten außerdem administrative Unterstützung, um pandemiebedingte Zusatzaufgaben - etwa bei der Verwaltung der Gurgeltests - abzufangen. Diese würden so viel Zeit schlucken, dass die Leitungen nicht mehr in den Gruppen stehen können.

Dabei werde der ohnehin seit Jahren bestehende Personalmangel derzeit durch Pädagoginnen und Assistentinnen, die wegen Covid-19 ausfallen, noch weiter verschärft. Zusätzliche Mittel sind aus Taslimis Sicht auch notwendig, um Kinder im verpflichtenden letzten Kindergartenjahr zu fördern. Diese hätten coronabedingt Bildungszeit verloren, hier brauche es zusätzliche Angebote etwa im Bereich der Sprachförderung.

Leichte Verbesserungen gebe es bei der Ausstattung mit Schutzmaterial, so bekomme man mittlerweile wenigstens eine FFP2-Maske pro Woche für jede Mitarbeiterin bzw. jeden Mitarbeiter. Mittlerweile würden auch mehr Pädagoginnen als bisher die Maske bei der Arbeit in der Gruppe tragen, "weil sie sagen, sie haben auch ein Recht auf ihre Gesundheit und das Risiko ist ihnen zu hoch." Gerade die älteren Kinder würden laut ihren Rückmeldungen großteils gut damit zurechtkommen.

Verpflichtende Coronatests im ländlichen Bereich ausbaufähig

Weiterhin Verbesserungsbedarf sieht Taslimi bei den vorgeschriebenen wöchentlichen Berufsgruppentestungen. In den Städten funktionierten diese mittlerweile ganz gut, "aber am Land ist das noch immer eine Katastrophe", beklagt Taslimi. Für jene Mitarbeiterinnen, die am Testtag ihrer Einrichtung keinen Dienst haben und ihren Test anders organisieren müssen, gebe es dort wenig Alternativen wie Apotheken oder Schnupfenboxen, was zu teils extrem langen Anfahrtszeiten zu den regionalen Teststellen führe. "Das Testen muss besser zugänglich gemacht werden und in der Praxis umsetzbar sein", fordert Taslimi deshalb und wünscht sich eine flächendeckende Belieferung der Kindergärten mit den an den Schulen eingesetzten anterio-nasal-Tests - auch wenn diese nach derzeitigem Stand weniger valide sind als andere Testverfahren.

(APA/Red)

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