Ketten-E-Mail sorgt für Rummel

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Ein Ketten-E-Mail nervt derzeit das Wiener Verkehrsamt: In dem Schreiben wird behauptet, dass alte Führerscheine in die neuen Exemplare in Scheckkartenform umgetauscht werden müssen.

In Umlauf gebracht wurde die E-Mail von bislang unbekannten Verfassern. Bei der Polizei stöhnt man: „Es reißt nicht ab“, berichtete Verkehrsamtsleiter Bernhard Wesiak am Donnerstag. So einen Andrang habe es noch nie gegeben. Er plädierte für Aufklärung, da das Amt in Arbeit untergeht und immer mehr Leute warten müssten.

Schauplatz des Geschehens ist das Gebäude Josef-Holaubekplatz 1 am Alsergrund: Besorgte Wiener Autofahrer geben sich hier Klinke in die Hand, weil sie laut einem seit November kursierenden E-Mail ihren Führerschein bereits bis 1. Dezember im ansässigen Verkehrsamt hätten umtauschen sollen. Jetzt versuchen sie offenbar noch schnell, den Amtsweg zu erledigen. Dass das Schreiben schlicht gefälscht ist und die darin verbreitete Information nicht stimmt, hilft da wenig, seufzte Wesiak, dessen Mitarbeiter den Ansturm irgendwie bewältigen müssen: „Wir haben teilweise das doppelte an ’Kundschaft’.“

Ungünstig für die Polizei wirkt sich der Umstand aus, dass sich in der Causa Mundpropaganda und der Irrglaube, eine amtliche Information zugeschickt bekommen zu haben, zu einer hartnäckigen Melange vermischt haben. Daher wollen die Leute, wenn sie erst einmal im Verkehrsamt stehen, auch nicht mehr gehen: „In dem Mail wird suggeriert, dass das Amt lügt“, sagt Wesiak, der für Donnerstag 400 weitere Antragsteller zählte, mehr als doppelt so viel wie zu normalen Zeiten, wo 180 schon viel sind. Nicht einmal bei der Präsentation der neuen Scheckkartenführerscheine im Frühjahr, wo ebenfalls ähnliche Fehlinformationen kursierten, gab es einen derartigen Andrang.

Da nicht nur die Mitarbeiter unfreiwillig zum Handkuss kommen, hofft der Amtsleiter auf ein Einsehen, dass der vermeintlich verpflichtende Führerscheinumtausch ein klassischer „Hoax“ ist: „Die Leute müssen bei uns ja auch oft stundenlang warten und außerdem 45 Euro zahlen, obwohl das eigentlich nicht nötig wäre.“

Das Problem veranlasste die Wiener Polizei am Donnerstag dazu, von sich aus an die Öffentlichkeit zu gehen: Es gebe weder eine Umtauschpflicht noch eine generelle Befristung der bisher ausgestellten Führerscheindokumente für die Führerscheinklassen A und B, heißt es in einer Aussendung: „Die Bundespolizeidirektion Wien ersucht daher, nicht erforderliche Führerscheinumtäusche bis zu einem späteren Zeitpunkt aufzuschieben.“

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