Keine strengere Kontrolle der US-Ratingagenturen

Strengere Regeln umstritten
Strengere Regeln umstritten ©APA (epa)
Die Verfechter einer schärferen Kontrolle von Ratingagenturen haben in den USA eine Niederlage erlitten. Im US-Vermittlungsausschuss zur Finanzmarktreform setzten sich trotz massiver internationaler Kritik an der Branche die Befürworter der derzeitigen Strukturen durch. Damit wird es keine staatliche Abwicklungsstelle geben, die Interessenskonflikte bei der Bewertung von Anlagen klärt.

Die Mitglieder des Vermittlungsausschusses beschlossen am Dienstag, eine im Senatsentwurf enthaltene umstrittene Passage zu den Ratingagenturen zu streichen. Mit der Klausel wäre das Geschäftsmodell der Agenturen auf den Kopf gestellt worden. Sie sah vor, eine staatliche Clearing-Stelle zu gründen, die Ratingagenturen die Bewertung von Anlagen auf teils willkürlicher Basis zuteilt. Damit hätten Kunden die Agenturen beispielsweise nicht mehr zur Vergabe von Top-Noten drängen können.

In Europa wiederum gehen die Diskussionen über eine europäische Ratingagentur als Gegengewicht zur Vormachtstellung der US-Agenturen weiter. Den Agenturen wird eine Mitschuld an der Finanzkrise gegeben sowie an der Verschärfung der Schuldenkrise in Europa.

Hedgefonds und Private-Equity-Fonds müssen sich in den USA dagegen auf strengere Vorgaben einrichten. Der US-Vermittlungsausschuss legte fest, dass sich diese Investmentunternehmen künftig bei der US-Börsenaufsicht registrieren müssen. Zudem einigte sich der Ausschuss auf die Absicherung von Sparkonten mit Einlagen von bis zu 250.000 Dollar (203.633 Euro).

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