Keine Chance auf das große Kristall

Mathias Berthold trägt eine schwere Bürde.
Mathias Berthold trägt eine schwere Bürde. ©APA
Mathias Berthold trägt eine schwere Bürde – der Trainer der ÖSV-Herren sieht keinen potenziellen Weltcupsieger in seinen Reihen.

In einem Ski-Winter ohne Olympische Spiele und Weltmeisterschaften und ohne realistische Chance auf die beiden Gesamtweltcup-Wertungen nehmen die rot-weiß-roten Alpin-Asse Angriff auf die kleinen Kugeln für die Disziplinensiege. Das ist Vorgabe der sportlichen Leiter Mathias Berthold (Herren) und Herbert Mandl (Damen), die Wiedergutmachung für die vergangene Weltcup-Saison fordern, in der Verletzungen die Schlagkraft minderten und Marlies Schild im Slalom das einzige Kristall nach Österreich holte. 

Kein Druck auf Raich

„Realistisch sehe ich niemanden, der von uns um den Gesamtweltcup mitfahren kann“, erklärte Berthold, der auch klar jeden Druck von den Schultern Benjamin Raichs nimmt. Der Tiroler war in den vergangenen Saisonen stets der rot-weiß-rote Hoffnungsträger, bei der WM in Garmisch erlitt er mit einem Kreuzbandriss aber seine erste schwere Verletzung. „Bei ihm muss man abwarten, ob er zu seiner alten Form zurückkommt und welche Disziplinen überhaupt für ihn infrage kommen. Ivica Kostelic hatte nach einem sensationellen Jänner (sieben Siegen/999 Punkte) die Gesamtwertung mit 1356 Punkten vor dem Schweizer Didier Cuche für sich entschieden. Michael Walch­hofer lag als bester Österreicher an der fünften Stelle, als zweitbester hinter dem zurückgetretenen Salzburger Speed-Spezialisten klassierte sich Romed Baumann auf Rang sieben. „Von Romed sagt man schon seit Jahren, dass er für den Gesamtweltcup ein Thema ist, aber er muss einfach mal schauen, dass er in einer Disziplin wirklich konstant über die ganze Saison vorne mitfährt. Sonst sind die Gesamtweltcup-Redereien mehr Träumereien“, weiß Berthold, was dem 25-jährigen Tiroler noch fehlt. Weil „vom ersten Rennen in Sölden bis zum Finale in Schladming jedes Rennen gleich wichtig für uns und auch gleich wichtig zu beurteilen ist“, liegt das Augenmerk auf den kleinen Kugeln. Und für die Disziplinen-Wertungen ist der Herren-Chef auch wesentlich zuversichtlicher. „Ich denke, dass wir überall gute Chancen haben, vorne mitzufahren. Und das Ziel ist, das zu schaffen. Das hängt aber auch immer von der Konkurrenz ab, das ist ganz klar“, erklärte Berthold, der seine Mannschaft auch im Vorjahr „überall gut aufgestellt“ sah. Bis das Herren-Team von einer Verletzungsserie gebeutelt wurde. „Leider sind uns Mitte Saison die heißen Eisen in den Disziplinen-Wertungen, in denen wir ganz vorne waren, ausgefallen. Deshalb hatten wir am Saisonende eine schlechte Bilanz, was die Kugeln betrifft.“ Genaugenommen gewannen die ÖSV-Herren keine einzige, bei den Damen schaute mit Marlies Schild im Slalom zumindest eine heraus.

„Für uns ist die Saison sehr wichtig, wir haben doch einige Rechnungen offen. Auch was die Weltcup-Wertungen betrifft“, sagte Mandl, der seine Damen im Slalom, im Riesentorlauf und Super-G gut aufgestellt sieht. „Riesentorlauf ist die Disziplin, in der es mich im vergangenen Jahr am meisten geärgert habe, da haben wir unser gutes mannschaftliches Befinden nicht umgesetzt. Der Gesamtweltcup ist für keine unserer Athletinnen ein Thema, weil wir die perfekten Allrounderinnen einfach nicht haben, die vier Disziplinen gewinnen können.“ Am nächsten dran sei Görgl, die in drei Disziplinen mitmischen könne.

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