Kein Erntehelfer-Mangel für 2021 erwartet

Für 2021 wird kein Erntehelfermangel erwartet.
Für 2021 wird kein Erntehelfermangel erwartet. ©APA
Das Landwirtschaftsministerium sieht für die Saison 2021 keinen Erntehelfer-Mangel. Entscheidend werden aber Einreise- bzw. Ausreisebestimmungen im Frühjahr und Sommer sein.

Die heimische Landwirtschaft rechnet derzeit trotz Coronapandemie mit genügend osteuropäischen Arbeitskräften für die Ernte. "Entscheidend sind jedenfalls die Einreise- bzw. Ausreisebestimmungen und derzeit ist ein freier Personenverkehr für Erntehelferinnen und Erntehelfern möglich", hieß es vom Landwirtschaftsministerium zur APA. Man habe "die Lehren aus dem vergangen Jahr gezogen" und sei "auf diverse Szenarien besser vorbereitet als im letzten Jahr."

Im vergangenen Frühjahr kam es aufgrund der Coronavirus-Pandemie zu Grenzschließungen, Saisonarbeitskräfte und Erntehelfern konnten aus Osteuropa nicht auf dem Landweg nach Österreich einreisen. Der Obst- und Gemüsebauern-Branchenverband ließ daraufhin Erntehelfer einfliegen. Im April und Mai 2020 kamen über 1.000 Helfer mit sechs Flügen aus Rumänien, der Ukraine und dem Kosovo nach Österreich.

Intransparenz bei Online-Vermittlungsplattform

Um kurzfristig Arbeitnehmer aus Österreich und landwirtschaftliche Betriebe sowie Nahrungsmittelproduzenten zusammenzubringen, gab es außerdem im vergangenen Jahr die Online-Vermittlungsplattform lebensmittelhelfer.at. Als Organisatoren fungierten Landwirtschaftsministerium, Landwirtschaftskammer, Wirtschaftskammer und der Maschinenring. Über 5.000 Personen waren laut Landwirtschaftsministerium im Vermittlungsprozess. Genaue Zahlen, wie viele Arbeitskräfte dann schlussendlich auf den Betrieben gearbeitet hätten, gebe es nicht, so das Ministerium.

Ob heuer über die Website wieder Arbeitskräfte gesucht werden, ist derzeit noch offen. "Wenn es zu Grenzschließungen und akutem Personalmangel, wie im letzten Jahr kommen sollte, kann die Plattform innerhalb weniger Tage wieder hochgefahren werden, um maximale Unterstützung zu bieten", hieß es aus dem Landwirtschaftsministerium.

Arbeitslose sollen vermittelt werden

Auch das Arbeitsmarktservice hat Programme, um Arbeitslose in Österreich in die Land- und Forstwirtschaft zu vermitteln. "In der Praxis ist das aber oft sehr schwierig, das haben auch die Erfahrungen der Plattform dielebensmittelhelfer.at gezeigt", so das Landwirtschaftsministerium. "Landarbeit - im speziellen die Arbeit als Erntehelferin und Erntehelfern - ist sehr fordernd und nicht für jeden geeignet."

Laut Branchenschätzungen arbeiten rund 15.000 Erntehelfer jährlich auf den heimischen Feldern. Der Großteil kommt aus Osteuropa, aber auch heimische Studenten, Teilzeitkräfte und Asylberechtigte helfen mit. Anbau- und Erntehelfer erhalten laut Kollektivvertrag einen Stundenlohn von rund 8 Euro brutto. Die Gewerkschaft hat im vergangenen Jahr mehrfach die Bezahlung und Arbeitsbedingungen kritisiert. Ein Erntehelfer-Quartier im Bezirk Gänserndorf (NÖ) wurde im vergangenen Juni nach Ausbeutungsvorwürfen behördlich gesperrt, die Bauernvertreter sprachen von einem Einzelfall.

(APA/Red)

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