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Kaum Paketdienste in Wien unterwegs

Die Studie wurde im Auftrag der Post durchgeführt.
Die Studie wurde im Auftrag der Post durchgeführt. ©APA/HANS PUNZ
Paket- und Kurierdienste machen in Wien nur 0,8 Prozent des Wiener Gesamtverkehrs aus - im Vergleich zu Autos mit ganzen 86,5 Prozent.

Der Online-Handel sorgt für höheres Verkehrsaufkommen und trägt damit viel zum Schadstoffausstoß in der Stadt bei. So lautet ein gängiges Vorurteil. Gegenargumente liefert nun eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien.

Demnach beträgt der Anteil an Kurier- und Paketzustellern am Gesamtverkehr in der Hauptstadt nur 0,8 Prozent. Das CO2-Einsparungspotenzial sei demnach vergleichsweise sehr gering.

Verkehrsanteil von Paketdiensten in Wien sehr gering

Auftraggeber der WU-Studie, die am Mittwoch präsentiert wurde, war die Österreichische Post. Wien stehe vor besonderen Herausforderungen, was den Verkehr betrifft. Obwohl die Anzahl an Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner sinke, steige die Gesamtzahl der Gefährte weiter, da die Bundeshauptstadt wachse, erklärte Studienautor Sebastian Kummer, Leiter des Instituts für Transportwirtschaft und Logistik an der WU, in einem Pressegespräch: "Es wird dann schnell gesagt: Der Online-Handel ist das Problem."

Das ist laut dem Experten aber nicht der Fall. Denn der Anteil der KEP-Dienste (Kurier/Express/Paket) am Wiener Gesamtverkehr betrage lediglich 0,8 Prozent. Zum Vergleich: Autos machen ganze 86,5 Prozent aus. Und auch Handwerker und Techniker (sechs Prozent), Öffi-Busse (1,8 Prozent) und Baustellenfahrzeuge (1,7 Prozent) liegen über den Paketauslieferern.

Online-Handel nicht "nicht per se schlecht"

Kummers Schlussfolgerung: Dass der Online-Handel "per se schlecht ist, ist falsch". Denn es werde oft unterschätzt, wie effizient die Logistik in der Paketzustellung sei. Deshalb würden Lieferungen von Bestellungen via Internet auch besser abschneiden als Einkäufe mit dem eigenen Pkw - vor allem dann, wenn diese in Shoppingcentern am Stadtrand getätigt werden.

Die Post wollte trotzdem wissen, wie hoch das CO2-Einsparungspotenzial ist, sollte die gesamte hauseigene Zustellflotte in Wien auf E-Fahrzeuge umgestellt werden. Laut WU-Berechnungen sind das zwischen 1.000 und 1.300 Tonnen an Emissionen pro Jahr - je nachdem, ob ausschließlich "grüner Strom" genutzt wird oder nicht. "Das hört sich viel an, ist es aber nicht", erklärte Kummer. Denn die Menge entspreche gerade einmal drei bis vier Flügen von Wien nach New York und retour.

Post will bis 2030 völlig schadstofffrei unterwegs sein

Post-Paketvorstand Peter Umundum betonte, dass die Post jedenfalls ihre Anstrengungen in Sachen Schadstoffminimierung fortsetze. Das betrifft nicht nur die Zustellung - hier will das Unternehmen bis 2030 auf der "letzten Meile" völlig CO2-frei sein -, sondern etwa auch Gebäudetechnik, Effizienzsteigerung oder die Gewinnung sauberer Energie dank hauseigener Photovoltaikanlagen.

(APA/Red)

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