Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Salzburg um 20 Prozent gestiegen

Die noch immer nicht ausgestandene Finanzkrise ließ im Jahr 2010 die Immobilienbranche boomen. So sind im Bundesland Salzburg die Kaufpreise für Eigentumswohnungen empfindlich gestiegen.

Die noch immer nicht ausgestandene Finanzkrise, niedrige Zinsen, unsichere Aktienmärkte und die Suche nach einer inflationssicheren Geldanlage haben im abgelaufenen Jahr die österreichische Immobilienbranche boomen lassen. Rund 1,3 Mrd. Euro – um 55 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2009 – wurden 2010 bis September in Immobilien investiert.

Gleichzeitig sind die Preise für Eigentumswohnungen etwa in Wien im Schnitt um 2 bis 3 Prozent gestiegen. Österreichweit sei 2011 mit weiteren 3- bis 5-prozentigen Preissteigerungen zu rechnen, meint Margret Funk, Vizevorsitzende des Österreichischen Verbandes der Immobilientreuhänder (ÖVI), am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien.

Empfindlich gestiegen sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen auch im Bundesland Salzburg. In Top-Lagen wurden Spitzenwerte bei den Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent erreicht, berichtet ÖVI-Maklersprecher Andreas Wollein. Bis zu 6.000 Euro mussten in Salzburg im Luxussegment für einen Quadratmeter auf den Tisch gelegt werden.

In Wien waren es bis zu 16.000 Euro pro m2, in Graz bis zu 4.500 Euro, in Linz bis zu 4.800 Euro, in Innsbruck und in Bregenz bis zu 5.000 Euro, ergab eine Marktumfrage des ÖVI. Bei Normalausstattung bewegten sich die Preise österreichweit zwischen 1.400 und 2.900 Euro pro m2.

Zwar sind im Vorjahr auch die Mieten in guten Lagen angestiegen, jedoch nicht so stark wie die Preise für Eigentumswohnungen. “Die Anleger wollen ihr Geld sicher parken, die Rendite steht dagegen mehr im Hintergrund”, so Funk. Im Wiener innerstädtischen Bereich bewegten sich die Angebotsmieten zwischen 9 und 12 Euro pro Quadratmeter, in den anderen Bezirken zwischen 5 und 8 Euro.

Auch die Nachfrage am Wiener Zinshausmarkt hat das Angebot deutlich übertroffen. Bei sinkendem Angebot ist das Investitionsvolumen im ersten Halbjahr auf 249 von 340 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2009 zurückgegangen. Verkauft werde zu zwei Dritteln von Privaten und nur gegen entsprechende Gegenleistung oder wenn es nicht anders gehe. Aufgrund der niedrigen allgemeinen Zinsen gelten Renditeerwartungen zwischen 3 und 4 Prozent bereits als attraktive Veranlagungsform, in äußeren Bezirken sind es zwischen 4 und 4,5 Prozent. Vor einigen Jahren waren es noch 5,5 bis 6 Prozent, hieß es heute.

Schleppend fiel dagegen die Nachfrage am Büroimmobilienmarkt aus. Mit 220.000 Quadratmetern sind 2010 weniger Büroflächen vermietet worden als 2009. Sowohl Angebot als auch Nachfrage sind nach wie vor rückläufig. 185.000 Quadratmeter kamen neu auf den Markt, 2011 sollte die Neuflächenproduktion noch geringer ausfallen. Die meisten Neuvermietungen gehen auf Umzüge zurück, was die Leerstandsrate vor allem bei älteren Objekten leicht auf 6 Prozent ansteigen ließ. Die Preise für Büromieten hielten sich hingegen stabil. 15 bis 24 Euro pro Quadratmeter mussten für beste Lagen und Bürotürme bezahlt werden, gute Lagen kosteten zwischen 13 und 15 Euro, durchschnittliche zwischen 9 und 12 Euro.

ÖVI-Präsident Udo Weinberger urgierte abermals ein zeitgemäßes Mietrecht, “das für alle Mietobjekte gelten soll”, ein. Seit vier Jahren sei es zu keinem weiteren Schritt mehr bei der Neuregelung des Wohnrechts gekommen, obwohl das alte Mietrecht teilweise bereits über 100 Jahre alt und zerklüftet sei. Ein modernes Mietrecht müsse in der Lage sein, einen fairen Ausgleich von Leistung und Gegenleistung zwischen Mieter und Vermieter zu sichern. Die geltenden Mietzinsbeschränkungen und -ermittlungsformen seien überholt und erschwerten Investitionen etwa zur Sanierung eines Hauses.

ÖVI-Bauträgersprecher Klaus Wolfinger warnte bei einer gerade mal einprozentigen Sanierungsrate vor einer möglichen Kürzung der Wohnbauförderungsmittel aufgrund der herrschenden Budgetnot. Damit würde die angestrebte Sanierungsquote von 2 bis 3 Prozent wieder in weite Ferne rücken. Das neuerlich aufgelegte Konjunkturföderpaket von 100 Mio. Euro für thermische Sanierung werde rasch vergriffen sein und die Ausfälle aus den Wohnbaufördermitteln nicht kompensieren können. Die längst fällig Steigerung der Sanierungsrate könnte auch durch zusätzliche steuerliche Anreize erreicht werden, meinte Wolfinger.

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