Karikaturist Haderer warnt vor "Schwarz-Weiß-Denken"

Haderer sieht hohe Symbolkraft in der BP-Wahl
Haderer sieht hohe Symbolkraft in der BP-Wahl
Der oberösterreichische Karikaturist Gerhard Haderer sieht in der Bundespräsidenten-Stichwahl "sehr viel Symbolkraft", warnt aber vor einem "Schwarz-Weiß-Denken". Denn er ist davon überzeugt, dass jene 50 Prozent, die Norbert Hofer ihre Stimme gegeben haben, nicht FPÖ-Stammwähler sind. Viele hätten eine Bauchentscheidung getroffen.


Am besten lasse sich dies an dem unterschiedlichen Wahlausgang zwischen Stadt und Land zeigen. In den Städten werde seiner Einschätzung nach “weniger emotional” entschieden, weshalb dort auch der Grüne Kandidat Alexander Van der Bellen die Nase vorn hat. Der Frust über die Große Koalition entlud sich hingegen auf dem Land mehr im Protest und somit erhielt Hofer die Stimme. Deshalb rücke Österreich aber nicht unweigerlich nach rechts.

Die Tatsache, dass ein Freiheitlicher in die Stichwahl um das Amt des Bundespräsidenten gekommen ist, habe aber dennoch eine “sehr negative Außenwirkung”, gibt Haderer im Gespräch mit der APA zu bedenken. “Österreich wird mit den Regimen in Polen und Ungarn gleichgesetzt.” Jetzt müsse alles daran gesetzt werden, “in dieser aufgewühlten Zeit die Wogen zu glätten”. Denn die Gefahr, dass sich Österreich in Richtung eines autoritären Staates entwickle, sieht der Karikaturist dann doch nicht: “Herr Hofer wird sich wundern, was in Österreich alles nicht geht.”

Jetzt müsse alles daran gesetzt werden, “die geistigen Gräben wieder zu kitten”. Mit dem neuen Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) stünden die Chancen gut. Allerdings müssten nach der “grandiosen Antrittrede” auch Taten folgen, sonst verpuffe der “Kern-Effekt”.

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