AA

Kardinal König wurde zu Grabe getragen

&copy APA
&copy APA
Österreich nahm am Samstag Abschied vom verstorbenen Wiener Alterzbischof Kardinal Franz König - Im Stephansdom fanden sich rund 3.000 Trauergäste zu einem feierlichen Requiem ein.     -> Kondolenzbuch

Weitere 3.000 Menschen verfolgten den Gottesdienst laut Polizeiangaben trotz frostiger Temperaturen vor dem Dom auf dem Stephansplatz. Kardinal Ratzinger würdigte im Namen des Papstes.

Am Vormittag haben sich noch tausende Menschen direkt am offenen Sarg vom einstigen Wiener Oberhirten verabschiedet. Um 11.00 Uhr wurde der Kupfersarg geschlossen. Schon eine Stunde zuvor haben sich die ersten Menschen vor dem noch verschlossenen Riesentor eingefunden. Einen Platz im Dom gab es aber nur für rund 3.000 Menschen. Der Rest verfolgte die Messe auf einer Videoleinwand.

„Der Rote Kardinal“

König verstarb am 13. März im 99. Lebensjahr. 29 Jahre lang leitete König die Erzdiözese Wien. Von 1965 bis 1980 stand er dem päpstlichen Sekretariat für die Nichtglaubenden vor. Zwei Mal gehörte er zum engeren Kandidatenkreis für den Stuhl Petri. König gilt auf Weltebene als einer der bedeutendsten Wegbereiter der Ökumene, vor allem des Dialoges mit den Ostkirchen. Er hat in Österreich maßgeblich zur Aussöhnung zwischen Sozialdemokratie und Kirche beigetragen, was ihm den Beinamen „der Rote Kardinal“ eintrug.

Auf diese Leistungen – er sprach von drei „Brückenschlägen“ – ging auch Kardinal Schönborn in seiner Predigt ein. „Das erste Erbe ist der Brückenschlag der Ökumene“. Das zweite sei der Brückenschlag „zwischen den gesellschaftlichen Leistungen“. Und schließlich wies er auf Königs Engagement bei der humanen Sterbebegleitung hin. Noch im 16. Jänner dieses Jahres habe er dem Präsidenten des Verfassungskonventes einen Brief geschrieben und gebeten, „Sterbehilfe, also Euthanasie“ in Österreich künftig auch verfassungsrechtlich zu untersagen.

Beisetzung in der Bischofsgruft

Sichtlich gerührt zeigte sich Bundespräsident Klestil: “Österreich trauert. Österreich betet. Österreich dankt“. Für ihn ist König der „Pontifex Austriacus“. Die internationale Anerkennung Königs zeigte sich auch in der Anwesenheit von zahlreichen katholischen und orthodoxen Bischöfen aus den Nachbarländern. An dem Requiem nahmen auch zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens teil. Während der Prozession läutete die Pummerin. Dann wurde der Sarg in die Bischofsgruft unter dem Dom gebracht, wo die Beisetzung stattfand. Die Bischofsgruft ist am Sonntag Nachmittag von 14 bis 17 Uhr öffentlich zugänglich.

Tausende harrten vor dem Dom aus

„Ich möchte beim letzten Weg des Kardinals dabei sein, da halte ich auch die Kälte aus“ – so begründete eine ältere Frau am Donnerstag, warum sie bei den äußerst widrigen Witterungsverhältnissen am Samstag vor dem Wiener Stephansdom ausharrte. Rund 3.000 Menschen verfolgten das Requiem dort auf einer Großleinwand und standen anschließend Spalier, als der Kondukt an der Kirche vorbeiführte. Wind und Schneeregen dürften dafür verantwortlich gewesen sein, dass Zuseher leicht einen Platz vor der Video-Wall fanden.

Das Gedränge war nicht sonderlich dicht. Auch die Sperre des U-Bahnaufgangs Stephansplatz war eher eine Vorsichtsmaßnahme, die wohl nicht unbedingt notwendig gewesen wäre.

Manche Besucher hatten sich provisorische Sitzgelegenheiten – wie etwa Kartons – mitgenommen. Weniger wetterfeste Zuschauer suchten Schutz unter den Dachvorsprüngen oder in den Eingängen der benachbarten Gebäude. Zwischen ihnen bahnten sich Personen den Weg, die verschiedene Zeitschriften mit dem Konterfei des Kardinals feilboten. Ein wenig abseits warben auch die Anbieter von touristischen Mozart-Konzerten um Kunden.

Links:

  • Trauerfeier und König-Begräbnis
  • Kardinal Königs letzter Weg
  • Redaktion: Michael Grim

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Kardinal König wurde zu Grabe getragen
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.