Karadzic zweifelt an Zeugenaussagen

Der frühere politische Führer der Serben in Bosnien, Radovan Karadzic, hat vor Beginn seines Kriegsverbrecher-Prozesses die Glaubwürdigkeit gegen ihn berufener Zeugen in Zweifel gezogen.

Das UNO-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag soll laut einem Antrag Karadzics von den USA die Herausgabe von Dokumenten verlangen, die angeblich belegen, dass US-Soldaten in einen illegalen Waffenhandel mit bosnischen Muslimen (Bosniaken) verwickelt waren. Die Dokumente seien nicht nur bedeutend für die Glaubwürdigkeit von Zeugen, sondern würden auch beweisen, dass etwa ein Militäreinsatz im März 1995 in Srebrenica gegen den Waffenschmuggel gerechtfertigt gewesen sei, heißt es in dem Antrag vom Freitag.

Karadzic muss sich wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermordes während des Bosnien-Kriegs (1992-95) vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal verantworten. Er war im Juli 2008 nach einem 13 Jahre langen Versteckspiel in der serbischen Hauptstadt Belgrad gefasst worden. Der Prozess gegen Karadzic soll voraussichtlich Mitte Oktober beginnen.

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