Karadzic fordert Verschiebung des Verfahrens

Der frühere bosnisch-serbische Präsident Radovan Karadzic fordert eine Verschiebung des Verfahrens vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien in Den Haag.
Der Prozess solle um zehn Monate verschoben werden, damit er sich auf seine Verteidigung vorbereiten könne. Die Verteidiger von Karadzic erklärten laut dem Belgrader Sender B-92 am Freitag, dass sie von den Anklägern 938.585 Seiten Dokumente erhalten haben. Allein ein Durchlesen des Materials sei im geplanten Zeitraum nicht möglich. Das Haager Gericht hatte erklärt, dass das Verfahren gegen Karadzic noch im September beginnen könnte.

Das UNO-Tribunal entscheidet in der kommenden Woche, ob es dem Antrag von Karadzic stattgeben wird. Karadzic muss sich vor dem UNO-Tribunal wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Kriegs (1992-1995) verantworten. Im Zentrum steht die Belagerung von Sarajevo, bei der rund 10.000 Menschen starben, und das Massaker von Srebrenica mit rund 8.000 getöteten Muslimen. Der 64-Jährige war am 21. Juli 2008 nach einem 13 Jahre langen Versteckspiel in Belgrad verhaftet worden.

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