Kampusch: Noch keine Entscheidung über Ermittlungsauftrag

Im Fall Kampusch gab es am Montag noch keine Entscheidung bezüglich weiterer Ermittlungsaufträge der Wiener Staatsanwaltschaft an die Polizei.

“Morgen findet eine Besprechung zwischen Staatsanwaltschaft und Oberstaatsanwaltschaft statt, an der eventuell auch Vertreter des Innenministeriums teilnehmen”, sagte Gerhard Jarosch, Sprecher der Anklagebehörde.

Das Innenministerium hatte der Behörde eine ergänzende Sachverhaltsdarstellung übermittelt, die am Freitag bei der Justiz eingetroffen ist und nun geprüft wird. Zu deren Inhalten machten weder Jarosch noch Thomas Geiblinger, Sprecher von Justizministerin Maria Berger (S), nähere Angaben. “Es handelt sich um Ergänzungen, die das Innenministerium auf Basis des Berichts der Evaluierungskommission (Adamovich-Bericht, Anm.) zusammengetragen hat”, sagte Geiblinger. “Wir mischen uns sicher nicht in irgendwelche Ermittlungsschritte ein”, betonte der Sprecher des Justizressorts und hielt grundsätzlich fest: “Die Ministerin hat ja klar gesagt: Lieber einmal zu viel ermittelt, als einmal zu wenig.”

Falls die Staatsanwaltschaft selbst keine Entscheidung über weitere Ermittlungsaufträge trifft, besteht, wie Geiblinger erläuterte, die Möglichkeit, das Justizministerium damit zu befassen. Das würde bedeuten, dass bis zu einer Entscheidung vermutlich einige Wochen vergehen.

Berichte, wonach Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil für Wohnungssanierungen unverhältnismäßig hoch entlohnt worden sei, wurden von der Staatsanwaltschaft dementiert. Darüber, dass eine Frau ausgesagt habe, von dem Mann schwerst misshandelt worden zu sein, finde sich ebenfalls nichts im Akt, sagte Jarosch unter Berufung auf den zuständigen Staatsanwalt. Priklopil beging unmittelbar nach der Flucht Kampuschs im August 2006 Selbstmord.

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