Kabarett Vindobona insolvent - Simpl hält an Übernahmeplan fest

Die geplante Konstruktion der Übernahme des krisengeschüttelten Kabaretts Vindobona durch das Simpl wird nicht in der geplanten Form kommen: Das Insolvenzverfahren wurde nun eröffnet.

Ursprünglich hatte sich die Stadt als Vermittlerin für eine Einigung mit den Gläubigern des 2006 geschlossenen Kleinkunsthauses eingesetzt. Das Simpl sei aber nach wie vor interessiert, so Rechtsanwalt Karl Newole am Dienstag. Nach dem Scheitern der außergerichtlichen Lösung, bei der den Gläubigern 200.000 Euro angeboten wurden, bestünde nun die Perspektive, das Haus aus der Konkursmasse zu kaufen. “Die Voraussetzungen für mögliche Nachnutzer haben sich damit vielleicht sogar insoweit verbessert, als es für sie vollständige Klarheit und einen Schlussstrich unter die Geschäftsgebarung des Vorgängers gibt”, so Newole.

Er gehe davon aus, dass man mit dem Masseverwalter innerhalb der kommenden zwei Wochen zu einer Einigung kommen könne. “Ob sich für die beteiligten Unternehmen die Situation verbessert, bleibt ebenso abzuwarten, wie die Beurteilung, ob die kürzlich erfolgte politische Intervention zu dieser Entwicklung beigetragen hat”, so der Anwalt in Anspielung auf die Kritik der ÖVP. In den Verhandlungen mit den Gläubigern war stets darauf hingewiesen worden, dass beim Ausbleiben einer Einigung die Insolvenz drohe, die eine Nullquote für die Gläubiger mit sich bringen könnte.

Eine Sprecherin von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) zeigte sich angesichts der aktuellen Entwicklung gelassen: “Unser Interesse ist, dass dort Kabarett gespielt wird. Und das scheint nach wie vor gewahrt.” So gebe es neben dem Simpl noch weitere Interessenten für die Kleinkunstbühne. Die Stadt hatte sich grundsätzlich bereiterklärt, auf die Rückzahlung der bisher gewährten Subvention von 1,35 Mio. Euro (die in den Gesamtschulden von rund 3 Mio. enthalten ist) zu verzichten – wenn dort wieder Kabarett gespielt werde.

Simpl-Geschäftsführer Albert Schmidleitner hatte vergangenen Freitag das geplante Engagement bestätigt. Geplant sei keine Simpl-Dependance, sondern etwas, “das es in Wien so noch nicht gibt”.

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