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Just Mercy - Kritik und Trailer zum Film

Ende der 1980er Jahre kommt Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) als junger Anwalt vom Jusstudium an der Elite-Universität Harvard. Ihm stünden alle Türen offen, doch er entscheidet sich nach Alabama zu ziehen, um dort an Fällen mit zu Unrecht zum Tode Verurteilten zu arbeiten. Sein erster großer Fall wird Walter McMillian (Jamie Foxx), ein schwarzer Holzhändler, der ein weißes, 18-jähriges Mädchen umgebracht haben soll.

Mit "Just Mercy" findet US-Regisseur Destin Daniel Cretton, der vor sieben Jahren mit dem Indiedrama "Short Term 12" für Aufsehen gesorgt hat und von dem seitdem kaum etwas zu hören war, einen neuen Weg, auf sich aufmerksam zu machen. Sein Film ist ein schmerzhafter, humanistischer Blick auf Rassismus, Armut und deren Auswirkungen auf das amerikanische Strafjustizsystem. Ab Donnerstag im Kino.

Just Mercy - Kurzinhalt zum Film

Jamie Foxx spielt Walter McMillian aka "Johnny D.", einen schwarzen Mann in Alabama, der in den 1980er Jahren wegen Mordes an einer 18-jährigen, weißen Frau festgenommen wird und aufgrund fadenscheiniger Beweise eines weißen Sheriffs (Michael Harding) und Staatsanwalts (Rafe Spall) prompt im Todestrakt landet. Er ist jedoch unschuldig, und Cretton und sein Co-Drehbuchautor Andrew Lanham zeigen uns frühzeitig die Beweise dafür: die absurden Lügen, die ein Krimineller (Tim Blake Nelson) gegen ihn erzählt und die Tatsache, dass die Polizei Johnny D. nicht zufällig ausgewählt hat. Sie hatte ein rassistisches Motiv.

Wenn also der frisch gebackene Anwalt Bryan Stevenson (Michael B. Jordan) im Gefängnis auftaucht, um Johnny D. aus der Todeszelle zu holen, hat McMillian die Hoffnung auf Freiheit längst aufgegeben. Jahre von Anwälten und Berufungsverfahren sind vergangen, und es gibt keine Beweise dafür, dass seine Unschuld einen Unterschied macht. Aber seine Verzweiflung motiviert Stevenson nur dazu, tiefer zu graben und sich mit der Bürgerrechtlerin Eva Ansley (Brie Larson), zusammenzutun, um McMillians Geschichte zu untersuchen und den Brotkrumen nachzugehen, die es ihm ermöglichen könnten, einen neuen Prozess aufzurollen.

Just Mercy - Die Kritik

"Just Mercy" basiert auf den gleichnamigen Memoiren von Bryan Stevenson. Als Gründer und Geschäftsführer der Equal Justice Initiative hat der Bürgerrechtsanwalt in den letzten 30 Jahren unter anderem die rechtliche Betreuung von Todestraktinsassen übernommen und dabei mehr als 125 zu Unrecht Verurteilte vor der Hinrichtung bewahrt. Und obwohl der Film ein wenig zu lang geraten ist (2 Stunden und 16 Minuten) und gegen Ende immer redundanter wird, bietet er einen aufschlussreichen Einblick in den systemimmantenten Rassismus, der dazu führen kann, dass ein unschuldiger Schwarzer in den Todestrakt gelangt. "Du bist von dem Moment an schuldig, wenn du geboren wirst", sagt McMillian und erklärt die Wut, die sich im gesamten Drama ausbreitet. "Es ist nur eine weitere Ausrede, einen Schwarzen zu lynchen", sagt ein anderer.

Destin Daniel Cretton filmt nicht mit viel Fingerspitzengefühl oder besonders kreativ. Er verlässt sich stattdessen darauf, dass seine Schauspieler Nuance in die Geschichte einbringen - was sie auch tun. Fünfzehn Jahre nach seinem Oscar-Gewinn mit "Ray", ist es leicht zu vergessen, was für ein versierter Schauspieler Jamie Foxx ist, aber er ist hier hervorragend. Er vermittelt die Hoffnungslosigkeit und Melancholie eines zu Unrecht verurteilten Mannes, seine Freundlichkeit und seine Wut mit den kleinsten Augenbewegungen und Veränderungen in seiner Stimme, was die großen emotionalen Szenen umso mächtiger macht. Jordan spielt Stevenson als Mann von heldenhaftem Anstand. Er ist durchweg bewundernswert, aber nicht immer dramatisch interessant.

Der Film will auch vermitteln, dass die Todesstrafe eine Grausamkeit ist, die uns Menschen entehrt, selbst einen Verbrecher, der das Verbrechen tatsächlich begangen hat. Dies zeigt sich auf eindringliche Weise in einer verheerenden Szene, in der ein anderer Insasse, ein Vietnam-Veteran, der von dem großartigen Rob Morgan ("Mudbound") gespielt wird, auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wird, während "The Old Rugged Cross" über das Soundsystem des Gefängnisses spielt. Er bestreitet seine Schuld nicht - er zündete eine Bombe auf der Veranda einer Frau - und die Mischung aus Schuldgefühlen, Verletzlichkeit und Horror, die er empfindet, ist herzzerreißend. Jedes Leben, will uns dieser Film sagen, ist wichtig.

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(APA/Red)

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