Jugendliche versuchten sich als Bankräuber

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Die gekaufte Spielzeugpistole hätten drei Wiener Jugendliche lieber bestimmungsgemäß verwenden sollen, als sich am Mittwoch als Bankräuber zu versuchen - sie wurden von einem Streifenpolizisten geschnappt.

„Dumme Buben“, heißt es in der Kriminaldirektion (KD) 1 in Wien betreffend die drei Jugendlichen im Alter von 15 bzw. 16 Jahren, die sich am Mittwochnachmittag mit einer Spielzeugpistole als Waffe als Bankräuber in Simmering versuchten und gleich Fersengeld gaben, als eine Angestellte zu schreien begann. „Ein patscherter Versuch“, kommentiert KD1-Chef. Dr. Ernst Geiger, „das war sicherlich ein Ausreißer, man darf jetzt nicht generalisieren, dass Jugendliche zu Bankräubern werden.“

Ausländische Banden und Drogenkonsumenten

Die Jugendkriminalität sei zwar gestiegen, die Zunahme sei zu einem guten Teil im Bereich der Eigentumskriminalität erfolgt, sagte Geiger am Donnerstag im Gespräch mit der APA. Was der Polizei zuletzt zu schaffen machte, waren Diebstähle durch rumänische und bulgarische Kinder, die von professionellen Banden eingeschleust wurden, sowie Einbruchsdiebstähle, die von Mitgliedern ausländischer Banden verübt werden. In Sachen Eigentumskriminalität strafbar würden längerfristig auch Drogenkonsumenten, deren finanzielle Mittel zur Befriedigung ihrer Sucht nicht ausreichen und die aus Geldmangel zu Ladendieben werden oder die eigenen Eltern bestehlen.

„Auch die Gewaltkriminalität steigt“, sagte Geiger und nannte als ein Beispiel den Handy-Raub auf der Straße, wobei es sich bei den Tätern teilweise um Angehörige ethnischer Gruppierungen handelt. „Es gibt da Problemfelder wie Parks und bestimmte Wohnhausanlagen“, sagte Geiger. Körperverletzungsdelikte stellte sich oft als Imponiergehabe heraus.

Keine “jugendgangs” in Wien

„Große jugendliche Gangs, die ganze Stadtviertel terrorisieren, gibt es in Wien nicht einmal abgeschwächt“, sagte der KD1-Chef. Zu beobachten sind vielmehr Gruppierungen Jugendlicher, die herumhängen und womöglich Straftaten begehen, weil ihnen fad ist, wobei deren Aussehen nicht zwangsläufig Rückschlüsse auf ihre Gewaltbereitschaft zulässt. „In der Mariahilfer Straße lungern Gruppen von Punks in abschreckender Aufmachung herum, oft mit Hunden. Sie tun nicht viel, werden von den Anrainern aber als lästig empfunden“, erläuterte Geiger.

Einen Anziehungspunkt für Kinder und Jugendliche stelle auch die Drogenszene auf dem Karlsplatz dar, „obwohl die Erwachsenen dort eigentlich abschreckend genug wirken müssten“, meinte der Kriminalist. „Es gibt immer mehr Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben. Hauptschulabbrecher haben keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wenn dann noch der Rückhalt durch Angehörige fehlt, weil die Familie zerbrochen ist, und Suchtmittelmissbrauch dazukommt, ist es nicht weit bis zum Abgleiten in die Kriminalität.“ Geiger: „Da ist Prävention gefragt. Die Polizei allein kann das Problem Jugendkriminalität nicht lösen. Repression ist der letzte Punkt, wenn alles andere versagt hat.“

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