Jüdisches Museum Wien mit neuer Dauerausstellung

Schau erstreckt sich über zwei Stockwerke
Schau erstreckt sich über zwei Stockwerke
Prosperität, fast völlige Vernichtung und ein Neubeginn - die Geschichte des Judentums in Wien ist eine Geschichte der Extreme. Das dokumentiert auch die neue Dauerausstellung im Jüdischen Museum. Sie wurde nach umfangreichen Vorarbeiten am Montag eröffnet. Die Sanierung und Neupositionierung des Hauses in der Dorotheergasse ist damit abgeschlossen, wie Museumsleiterin Danielle Spera betonte.


Die Schau mit dem programmatischen Titel “Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute” erstreckt sich über insgesamt zwei Stockwerke. Wobei der Eingang im Erdgeschoß nicht mit den frühen Wurzeln beginnt, sondern mit dem Neustart, also dem Jahr 1945. Das NS-Regime war besiegt worden, der Antisemitismus in Wien aber noch längst nicht, wie Zitate zeigen, mit denen die Museumsbesucher begrüßt werden.

Fortgesetzt wird die Ausstellung im zweiten Stock. Dort führt der Weg vom Mittelalter bis zur Shoah. Historische Dokumente werden dabei durch zeitgenössische Darstellungen ergänzt. So hat die israelische Künstlerin Maya Zack in ihrer Installation “The Shabbat Room” die “Gute Stube” virtuell rekonstruiert, also einen Raum, der 1899 für das erste Jüdische Museum entworfen worden war. Er sollte Nichtjuden bzw. assimilierten Wiener Juden eine Vorstellung des Schabbats als Familienfeiertag liefern. Das Original wurde 1938 zerstört.

Auf den schwierigen Neubeginn folgt in der neuen Dauerausstellung eine Auseinandersetzung mit den 1970er-Jahren – in denen die Proteste der Jugend auch die internen Strukturen der Kultusgemeinde ins Visier nahmen. Auch auf einen weiteren Konflikt, nämlich jenen zwischen Simon Wiesenthal und dem früheren Bundeskanzler Bruno Kreisky, wird nicht vergessen.

“Heute feiern wir das jüdische Leben in der Stadt”, erklärte Museumsdirektorin Danielle Spera bei der Präsentation der Schau. Es habe sich zwar die Frage gestellt, ob eine Dauerausstellung noch in einen modernen Museumsbetrieb passe, man sei zu der Entscheidung gekommen, dass dies sehr wohl der Fall sei – erst Recht, da es in Wien kein “Haus der Geschichte” gebe.

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