Jubiläum: Fünf Jahre "Haus der Mathematik"

Seit fünf Jahren lädt das "Haus der Mathematik" (HdMa) in Wien-Wieden zur Unterhaltung und zum spielerischen Lernen ein.

Die im Frühjahr 2003 eröffnete und von den Wiener Mathematikern Gerhard Lindbichler sowie Manfred Kronfellner initiierte Einrichtung begeht den runden Geburtstag mit einer Feier am Freitag (4. April). Seit Eröffnung zählte das HdMa über 30.000 Besucher. “Nach einer vorerst ‘linearen’ Entwicklung konnte ab 2007 sogar eine ‘exponentielle’ registriert werden”, bilanzierte Lindbichler gegenüber der APA.

Das HdMa startete fast zeitgleich mit dem “math.space” im MuseumsQuartier Wien des Wiener Mathematikers Rudolf Taschner. Auch wenn es bisher keine offizielle Zusammenarbeit gibt, so sieht Lindbichler keine Konkurrenz: “Wir machen grundverschiedene Dinge.” Verfolge der “math.space” eher Vortragstätigkeit, so habe das HdMa einen Schwerpunkt auf dem Erleben von Mathematik im Rahmen von “Hands -on”-Spielen und -Erfahrungen. So seien die zwei Einrichtungen eine “gute Ergänzung – wir wären offen für eine Zusammenarbeit”, so der HdMa-Mitbegründer.

Lindbichler, der knapp 30 Jahre Fachmathematik an der Pädagogischen Akademie des Bundes in Wien lehrte und seit 2001 pensioniert ist, konzipierte das Haus gemeinsam mit Kronfellern, Professor an der Technischen Universität Wien, als ein Museum und eine Erlebniswelt sowie als ein Wissenschafts-, Bildungs- und “Umgebungszentrum”. Auf knapp 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche gibt es Präsentationen zu diesen “fünf Säulen”.

Der Museumsbereich umfasst u.a. eine Ausstellung über den österreichischen Mathematiker Leopold Vietoris (1891-2002) und zur “Geschichte der Mathematik – Rechen- und Konstruktionshilfen”. Hier gilt laut Lindbichler das Motto “Nichtangreifen verboten”, die Besucher können beispielsweise experimentell den Bau der Pyramiden von Giseh anhand einer Publikation des HdMa-Mitbegründers nachvollziehen und mechanische Rechen- und Zeichenhilfen ausprobieren.

Die Erlebniswelt bietet über 60 “Hands-on-Spiele” mit mathematischem Hintergrund und ist vor allem auf Schüler zugeschnitten. Für diesen Raum entwarf der Architekt Hans-Jörg Mikesch spezielle Spieltische. “Neu daran ist, dass fast alle Spiele von uns angedacht – also Unikate sind – und meistens Visualisierungen von mathematischen Formeln beinhalten”, so Lindbichler. Einmal monatlich wird zudem ein mathematischer Theaterworkshop namens “Hopplarator” für Kinder von neun bis zwölf Jahren mit professionellen Schauspielern angeboten.

Im Rahmen des Wissenschafts- und Bildungszentrums suchen die Betreiber die Zusammenarbeit mit Universitäten, Fach- und Pädagogischen Hochschulen. Im Bereich “Umgebung” werden den Besuchern Hilfestellungen für weitere kulturelle und wissenschaftliche Aktivitäten in Wien geboten.

Ein Besuch des HdMa, Partner vom österreichischen “Science Center Netzwerk”, sollte gut geplant sein: Laut Lindbichler sind alle Besuchstermine unter der Woche bis Oktober 2008 ausgebucht. Doch über die dargebotenen Rechenmaschinen und mathematische Gerätesammlung kann man sich vor einem Besuch auch im Internet informieren (http://www.hausdermathematik.at). Als neue Initiative geht ab Mai das “Haus der Mathematik on Tour” und bietet eigene Exponate Schulen außerhalb Wiens an.

Haus der Mathematik
Waltergasse 16, 1040 Wien
Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr, Schulklassen nur nach Voranmeldung, Samstag von 10.00 – 12.00 Uhr – ausgenommen Schulferien, Feier- und Fenstertage.

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