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Josef Winkler geriet bei Filmpremiere in Rage

Winkler regt sich über politische Zustände auf
Winkler regt sich über politische Zustände auf ©APA (Hochmuth)
Josef Winkler hat die Premiere seines Filmporträts dazu genutzt, abermals lautstarke Kritik an den politischen Verhältnissen zu üben. So gerieten Samstagabend in Klagenfurt neben den Kärntner Zuständen auch der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf (F) sowie jene Polizisten, die auf zwei jugendliche mutmaßliche Einbrecher in Krems geschossen haben sollen, ins Visier des Autors.

Ausgehend von einer Kindheitserinnerung – es war kein Geld für Bücher vorhanden – geriet Winkler wie bei seiner Eröffnungsrede zum Bachmannpreis in Rage: “Man darf nicht vergessen, dass die Stadt Klagenfurt seit vier Jahrzehnten kein Geld für Bücher hat”, erinnerte er an das Fehlen einer Stadtbibliothek. Dies sei einzigartig in Europa, zumindest der Bund könnte diesen Missstand beheben. Winklers Appell: Sollten die kritisierten Zustände in Kärnten andauern, sollten die Unzufriedenen auf die Straße gehen: “Wir wollen diesen Terror nicht mehr.” Und passt es den Verantwortlichen nicht, “dann sollen sie abhauen. Dann sollen sie sich einen Hubschrauber buchen”, so Winkler. “Es kommt bestimmt Besseres nach.”

Dass die Provinz nicht in Kärnten endet, untermauerte der Autor mit zwei weiteren Beispielen aus dem Tagesgeschehen. Etwa dem, was “vor zehn Tagen im Land des Erwin P.” geschehen sei, wo ein Polizist einen jugendlichen Supermarkt-Einbrecher in den Rücken geschossen haben soll. Und auch, dass Politiker anderer Fraktionen den Freiheitlichen Dritten Nationalratspräsidenten Graf – für Winkler ein “unglaublicher Kerl” – nichts entgegenzusetzen hätten, ist für den Autor, der auch außerhalb Österreichs darauf angesprochen wird, unverständlich – “und ich Idiot kann das Land dann verteidigen”.

Aber nicht nur Winklers Aussagen, auch das Filmporträt “Der Kinoleinwandgeher” von Regisseur Michael Pfeifenberger, wurde kräftig bejubelt.

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