Josef Hickersberger stimmte Loblied auf Team-Legionäre an

Darauf, dass seine Legionäre erst nach und nach bei Österreichs Fußball-Auswahl eintrudelten, hatte Teamchef Josef Hickersberger, der die Elf auf den Test gegen Deutschland am Mittwoch vorbereitet, keinen Einfluss.

Immerhin revanchierten sich die “Auslands-Arbeiter” aber angemessen und ließen mit durchwegs guten Leistungen und Erfolgsmeldungen aus der Fremde Hickersbergers Herz höherschlagen.

“Ich freue mich, dass sehr viele Spieler mit Erfolgserlebnissen kommen”, würdigte Hickersberger die Leistungen von Ivanschitz und Co. Und unterstrich damit die psychologische Bedeutung, über Akteure zu verfügen, die auch in jenen Ligen ihren Mann stehen, die über die heimische Meisterschaft zu stellen sind.

Allen voran Teamkapitän Andreas Ivanschitz, der nach dem 2:0-Erfolg seines Teams Panathinaikos Athen über Asteras Tripolis am Sonntag erstmals als griechischer Tabellenführer zum ÖFB-Team stieß.

Dass Hickersberger den überraschenden 3:0-Sieg von Alexander Manningers Serie-A-Club Siena über Vizemeister AS Roma besonders hervorhob, hatte neben dem sportlichen wiederum auch einen dramaturgischen Grund.

Um die Auseinandersetzung des Steirers mit Roma-Star Franceso Totti zu verdeutlichen, stellte “Hicke” die Szene auf dem Podium der Pressekonferenz gestenreich nach: “Und dann kommt der Totti, das ist ja auch kein Schwächling, und will ihm den Ball wegnehmen. Und reißt herum an dem Ball. Und boxt auf den Ball. Eine wunderschöne Geschichte.” Deren Protagonisten übrigens beide Gelb sahen.

Auch Napoli-Außenspieler György Garics bringt aus Italien einen Sieg nach Hause. Beim 3:1-Erfolg gegen Udinese kam er bis zur 51. Minute zum Einsatz und musste dann erst aufgrund taktischer Überlegungen Platz machen.

Mit Lob bedachte Hickersberger auch Middlesbrough-Verteidiger und Team-Comebacker Emanuel Pogatetz: “Er hat in Newcastle mit dem neuen Messias Kevin Keegan auf der Bank immerhin ein 1:1 erreicht”, verteilte Hickersberger verbale Streicheleinheiten zu seiner Linken – und zu seiner Rechten, wo der zweite Heimkehrer Roland Linz Platz genommen hatte. “Zu ihm, der in Portugal ständig seine Tore erzielt, brauche ich ohnehin nichts zu sagen.”

Im Zusammenhang mit der Nicht-Nominierung des Goalgetters für die Oktober- und November-Länderspiele zeigte sich der 59-Jährige auch selbstkritisch. “Da muss ich einen Fehler eingestehen, wenn ich seine Leistung im September anders beurteilt habe, weil ich von ihm eine andere Leistung erwartet habe, obwohl er damals im September in Portugal noch in der Vorbereitung war.”

Linz, der seine leichte Verkühlung überwunden hat, macht sich über seine kurzfristige Ausbootung keine Gedanken mehr (“Das ist Geschichte, und ich bin nicht nachtragend”) und zeigte sich überzeugt, im Nationalteam eine ähnliche Rolle wie in seinem Club SC Braga spielen zu können. “Natürlich bist du als Stürmer von deinen Hinterleuten abhängig, aber wir haben noch einige Spiele, und warum sollte es im Team nicht so laufen wie in Braga?”

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