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Jobsuchende wegen Corona-Krise kompromissbereiter

Bedingt durch Corona, erfahren Bewerbungsprozesse aktuell einen Digitalisierungsschub.
Bedingt durch Corona, erfahren Bewerbungsprozesse aktuell einen Digitalisierungsschub. ©pixabay.com (Sujet)
Angesichts der Corona-Krise verlagern sich die Prioritäten bei der Jobsuche. Bewerber sind nicht nur offen für Neues, auch ein geringeres Gehalt oder ein Umzug wäre vorstellbar.
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Die Ergebnisse einer aktuellen StepStone-Befragung zeigen: Wer in der Corona-Krise einen Job sucht, ist mehrheitlich offen für Neues und würde sogar Kompromisse beim Gehalt eingehen.

Bewerben während Corona: Kandidaten offen für Neues

Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) gibt an, ihre Suchkriterien verändert und ihre Stellensuche auf andere Branchen und Bereiche ausgeweitet zu haben. Gut ein Drittel (35 Prozent) gibt an, aktuell sogar noch verstärkter nach einer neuen Stelle zu suchen, ein weiteres Drittel (34 Prozent) ist auch bereit, für eine neue Stelle Kompromisse einzugehen.

Knapp jeder Vierte (23 Prozent) würde auch ein geringeres Gehalt akzeptieren, um wieder in Beschäftigung zu kommen, 16 Prozent können sich auch einen Umzug für den neuen Job vorstellen.

Telefonisch oder per Video: Bewerbungsprozesse werden digital

Bedingt durch die Corona-Maßnahmen, erfahren Bewerbungsprozesse aktuell einen Digitalisierungsschub. Jeder fünfte Bewerber (21 Prozent) gibt an, Vorstellungsgespräche aktuell virtuell oder telefonisch zu absolvieren.

Das bestätigt auch Barbara Oberrauter-Zabransky, Studienleiterin bei StepStone Österreich: "Wir sehen, dass man auf Arbeitgeberseite seit Corona verstärkt auf eine digitale 'candidate journey' setzt. Arbeitgeber minimieren damit nicht nur die Ansteckungsgefahr, sondern bleiben auch in Zeiten wie diesen agil genug, um rasch und unkompliziert neues Personal an Bord zu holen."

Aber auch für Kandidaten hat die digitale Bewerbung Vorteile, so die Expertin: "Sie sparen nicht nur die Zeit für die Anfahrt, sondern führen das Gespräch auch in einer gewohnten Umgebung."

Das ist Arbeitssuchenden derzeit besonders wichtig

Wichtig ist Jobsuchenden derzeit überraschenderweise vor allem eines: eine gute Arbeitsatmosphäre. Zwei Drittel aller Bewerber (67 Prozent) legen Wert darauf, sich im zukünftigen Unternehmen menschlich wohlzufühlen. "Vielleicht ist das eine Reaktion auf die verschärften Bedingungen, die die Krise all jenen aufzwingt, die derzeit nach einem Job suchen", so Oberrauter-Zabransky.

Dennoch wollen sich Bewerber nicht unter Wert verkaufen: Die Hälfte aller Bewerber (50 Prozent) legt Wert auf ein angemessenes Gehalt, weitere 48 Prozent sehnen sich nach einem sicheren Arbeitsplatz.

Hoch im Kurs stehen auch flexible Arbeitszeiten: Gut ein Drittel (35 Prozent) aller Bewerber will Arbeit und Privatleben damit besser vereinbaren. Wenig Bedeutung werden hingegen klassischen Employer Branding-Angeboten wie dem "Werte-Fit" (vier Prozent) und Mitarbeiterbeteiligungsangeboten (fünf rozent) beigemessen.

Für die Studie wurden im April 2020 rund 1.700 ArbeitnehmerInnen aus ganz Österreich online befragt, davon 184 aktiv Jobsuchende.

(Red)

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