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Jetzt kommt inhalierbares Insulin

Eine Behandlung der Zuckerkrankheit ohne lästige Injektionen steht bevor, denn jetzt kommt aus den USA eine Neuheit: das inhalierbare Insulin.

Der wissenschaftliche Beraterausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Zulassung neuen Insulin-Anwendungsform empfohlen. Das Insulin wurde von den Pharmakonzernen Sanofi-Aventis und Pfizer entwickelten. Die Agentur folgt normalerweise solchen Empfehlungen.

„Prinzipiell rechne ich damit, dass das inhalierbare Insulin in Österreich Anfang kommenden Jahres kaufbar sein wird“, erklärte dazu am Freitag die Wiener Diabetologin Dr. Heidemarie Abrahamian (Krankenhaus Lainz) gegenüber der APA. Der US-Ausschuss stimmte mit sieben zu zwei für die Zulassung von „Exubera“ für Erwachsene. Die Idee für das Produkt stammte ursprünglich von Nektar Therapeutics.

Am Krankenhaus Lainz wurde in den vergangenen Jahren das inhalierbare Insulin im Rahmen einer internationalen Studie an vier Patienten erprobt. Die Expertin: „Es ist schnell wirksam und eignet sich sowohl für Typ-1- als auch für Typ-2-Diabetiker. Man kann es als so genanntes Bolus-Insulin zu den Mahlzeiten zusätzlich zu einem Langzeitinsulin oder zusätzlich zu oralen Antidiabetika verwenden.“

Bei Typ-2-Diabetikern (ehemals „Altersdiabetiker“) liegt oft noch eine teilweise ausreichende körpereigene Insulinproduktion vor. Es kann aber auch sein, dass man mit den oralen Diabetes-Medikamenten zur Steigerung der Insulinfreisetzung oder zur Verminderung der Insulinresistenz eine ausreichende Blutzuckereinstellung erreicht – bis auf die Zeit nach dem Essen. Hier könnte das inhalierbare Insulin den Blutzuckeranstieg nach dem Essen kupieren. Bei Typ-1-Diabetikern (ehemals „juvenile Diabetiker“), bei denen die Bauchspeicheldrüse überhaupt kein Insulin mehr erzeugt, könnte das inhalierbare Stoffwechselhormon zumindest einen Teil der Spritzen ersparen helfen.

Für die Anwendung ist allerdings derzeit noch ein relativ großes Inhaliergerät mit einer Höhe von rund 25 Zentimetern notwendig, sagte die Wiener Diabetologin. Noch ein zweites Problem dürfte es geben: Der Preis des inhalierbaren Insulins, ähnlich schnell wirksam wie ehemals Kurzzeit-Insuline, bevor die praktisch nach der Applikation sofort effektiven Kurzzeit-Insulin-Analoga auf den Markt kamen, ist deutlich höher als die injizierbaren Produkte. Dr. Heidemarie Abrahamian: „Meiner persönlichen Meinung nach werden die Krankenkassen die Kosten für das inhalierbare Insulin vorläufig nicht übernehmen.“

Die Sicherheit – so die Expertin – sei durch mehrere Studien belegt worden. Die Diabetologin: „Das inhalierbare Insulin wird von Rauchern aber vermehrt aufgenommen.“ Dies dürfte eher gegen eine Anwendung bei dieser Personengruppe sprechen. „Bei entzündlichen Lungenerkrankungen wiederum dürften die Patienten etwas mehr des Medikaments benötigen“, fügte sie hinzu.

Pfizer-Aktien legten an der Wall Street am Freitag nach der Meldung über die Zulassungsempfehlung fast ein Prozent auf 26,51 Dollar zu. Die Papiere von Sanofi-Aventis um knapp 1,4 Prozent auf 41,37 Dollar.

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