Jede Einzelne muss perfekt aussehen

Bregenz - Während es in Feldkirch bereits heute "Klappe, James Bond, die erste" heißt, müssen die Bregenzer Bond-Statisten bis zum Drehbeginn noch einmal schlafen. Im Einsatz waren die Seebühnen-Statisten dennoch, denn am Wochenende standen die letzten Kostümproben auf dem Programm.

Überprüft wurde dabei die Kleidung der Statisten, die im Film Zuschauer, Orchestermitglieder oder die Küchencrew verkörpern. An den weiblichen Statistinnen wünscht die Filmcrew schwarze Ballkleider. “Aber man musste nicht nur eben kurz sein Kleid vorführen, sondern es wird um jeden einzelnen ein richtiger Zinnober gemacht”, beschreibt eine Statistin.

Nur für die Probe bekommen die Damen opernballtaugliche Frisuren und Make-up verpasst, die Küchenmannschaft wird in eine filmreife Kochkluft inklusive Kochmütze gepackt. Anschließend werden alle in gestyltem Zustand noch einmal fotografiert. “Aber es wurden doch schon beim ersten Casting Fotos von uns gemacht“, wundert sich eine Schülerin vom Konservatorium in Feldkirch, die eine Orchester-Statistin mimen wird. “Ja, aber das Produktionsteam möchte sich anhand der Bilder mit der aktuellen Kleidung eine bessere Vorstellung vom Gesamtbild machen“, erklärt eine Mitarbeiterin vom Produktionsteam.

Ein Täfelchen, das für das Foto neben jedem Statist platziert wird, zeigt an, um welche Art von Statist es sich jeweils handelt. “AUD” steht für Audience, “KIT” für Kitchen und “ORC” für Orchestra. Die meisten Statisten bringen ihre Kleidung selbst mit, bekommen aber Ersatz, wenn die Filmleute mit einem Kleid oder Anzug nicht einverstanden sind. In der Umkleide, der ersten Station vor der Maske, wird die Kleidung der Statisten penibel unter die Lupe genommen. Dabei überlässt das Produktionsteam nichts dem Zufall. “Haben Sie zu dem Armband vielleicht noch eine passende Kette?”, erkundigt sich die britische Kostümbildnerin bei einer Komparsin und macht gleichzeitig eine andere aufmerksam “Sie haben in diesen Strümpfen eine Laufmasche”, damit sich jene für die Aufführung noch eine andere besorgt. “Aber man ist doch nur einer von tausend Statisten auf der Tribüne und sitzt zudem noch im Halbdunkeln”, zeigt sich eine Statistin überrascht über so viel Aufhebens um ihr persönliches Styling. “Trotzdem kann es sein, dass die Kamera zufällig auf einen einzelnen zoomt und dafür muss jeder perfekt aussehen”, entgegnet die Kosmetikerin.

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