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Jean Seberg - Against all Enemies: Kritik und Trailer zum Film

An der Seite von Jean Paul Belmondo in Jean-Luc Godards Kultfilm "Außer Atem" wurde Jean Seberg zum Superstar. Als Ikone des französischen Filmstils der Nouvelle vague wurde sie gefeiert. Doch wer war diese Schauspielerin wirklich, die erst hochgelobt wurde, dann aber Ende August 1979 mit gerade mal 40 Jahren Selbstmord beging? Antworten will jetzt das biografische Drama "Jean Seberg - Against all Enemies" mit Hollywoodstar Kristen Stewart in der Hauptrolle geben.

Jean Sebergs Geschichte vom kometenhaften Aufstieg zum Star über romantische Höhen und Tiefen und ihren Aktivismus, der die Aufmerksamkeit des FBI auf sie lenkte, bis zu ihrem tragischen Tod im Alter von 40 Jahren, hat das Zeug zum klassischen Hollywood-Biopic. Der banale Ansatz von "Jean Seberg - Against All Enemies" wird ihrem Andenken aber nicht ganz gerecht. Ab Freitag im Kino.

Jean Seberg - Against all Enemies: Kurzinhalt zum Film

Nach einer übermäßig symbolischen Eröffnungsszene, in der Jean Seberg während der Dreharbeiten zu Otto Premingers "Die heilige Johanna" (1957) als Märtyrerin von Flammen verzehrt wird (und tatsächlich Verbrennungen erleidet), schießt der Film ein Jahrzehnt vorwärts ins Jahr 1968 in Paris. Kristen Stewart gleitet als die Titelheldin durch eine New Yorker Hotellobby zu den melancholischen Klängen des Kulthits "It's Raining Today" von Scott Walker. Es ist eine wunderschöne Szene, was es umso frustrierender macht, dass fast alles andere in diesem stilisierten und fiktionalisierten Drama Hochglanzmüll ist.

Die in Amerika geborene Seberg, die nach ihrem Auftritt in Jean-Luc Godards "Außer Atem" (1960) zum Liebling der französischen Nouvelle vague wurde, ist mit dem Schriftsteller Romain Gary (Yvan Attal) verheiratet und hat mit ihm einen kleinen Sohn. Romain soll mit ihrem Kind in Paris bleiben, während Jean in die USA fliegt, um für eine Rolle im Filmmusical "Westwärts zieht der Wind" vorzusprechen. Auf dem Flug nach Los Angeles trifft sie Hakim Jamal (Anthony Mackies, der nur in klobigen Dialogen spricht), einen schwarzen Bürgerrechtler, der die Witwe von Malcolm X nach Hause begleitet.

Bei ihrer Ankunft beteiligt sich Jean an den Black-Power-Protesten am Flughafen, da wird sie von einem FBI-Überwachungsteam beobachtet, das Jamal und die Black Panthers ausspioniert. Zu diesem Team gehört auch der fiktionale Agent Jack Solomon (Jack O'Connell), ein junger Mann, der zunehmend von Seberg besessen ist und sich Sorgen über die moralischen Tiefs macht, zu denen das FBI bereit ist.

All dies trug zur vermeintlichen Paranoia und Depression der Schauspielerin bei und war, so wird vermutet, einer der Gründe, warum sich Jean Seberg 1979 das Leben nahm. Es ist wahr, dass das FBI, als sie schwanger war, ein völlig unbegründetes Gerücht in die Welt setzte, dass der Vater ihres ungeborenen Kindes ein Mitglied der Black Panthers sei.

Jean Seberg - Against all Enemies: Die Kritik

Kristen Stewart hat viel verdientes Lob für ihre Rollen nach der "Twilight"-Saga erhalten, aber sie spielt nicht in derselben Liga wie Jean Seberg, und das ist schmerzlich spürbar. Ihre monotone Art lässt die Figur viel langweiliger erscheinen, als sie sein darf.

Der relativ unbekannte australische Filmemacher Benedict Andrews ("Una") erweist der verstorbenen Schauspielerin leider einen schlechten Dienst, indem er ihr Leben in einen paranoiden Thriller verwandelt, der sich viel zu sehr mit dem Schicksal des FBI-Agenten befasst. Warum verschwenden wir Zeit mit diesem Kerl, der in einer Hotelbar brütet, vor Überwachungsvideos hockt und bei sich zu Hause in ein Drama mit seiner Frau (Margaret Qualley) verwickelt wird?

Es ist jedoch nicht alles schlecht. Die großartige Kamerafrau Rachel Morrison ("Black Panther") ist eine Qualität des Films, da sie eine klare, visuelle Stimme und die Fähigkeit besitzt, eine Geschichte durch ihre optischen Elemente zu erzählen. Zu Beginn von "Jean Seberg" hat der Film eher einen pastellfarbenen Glanz, ein Spiegelbild der Ära und der ungetrübten Natur ihrer Geschichte. Sobald sich das FBI einmischt, finden mehr Szenen in nächtlichem Blau statt, wodurch alles um Seberg dunkler und bedrohlicher erscheint.

Jean Sebergs Leben war ziemlich interessant, aber leider ist dieser Film es nicht. Das ist umso bedauerlicher, als die Schauspielerin so viel mehr war als nur das Mädchen in einem legendären T-Shirt, das mit Jean-Paul Belmondo durch Paris spazierte.

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(APA/Red)

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