Jüdischer Friedhof Währing - Vorprojekt für Sanierung dürfte stehen

Im Streit um die Sanierung des Jüdischen Friedhofs Währing in Wien gibt es nun einen ersten Durchbruch. National- und Zukunftsfonds übernehmen gemeinsam die Zuständigkeit für das Vorprojekt, berichtete Nationalratspräsidentin Barbara Prammer am Freitag.

In den dafür vorgesehenen zwei Jahren soll der generelle Zwist zwischen Bund und Ländern um die Erhaltung der jüdischen Friedhöfe geklärt werden.

“Die Blockade, wer wirklich zuständig ist, ist damit durchbrochen”, so Prammer, die auch Kuratoriumsvorsitzende im Nationalfonds ist: “Wir beide nehmen die Zuständigkeit auf uns, allerdings nur für das Vorprojekt.” Notwendig ist dafür noch die Zustimmung der jeweiligen Fondsgremien. Der Nationalfonds ist aus Bundesmitteln für die Opfer des Nationalsozialismus dotiert, der Zukunftsfonds verwaltet Mittel, die nach Auflösung des Versöhnungsfonds zur Zwangsarbeiterentschädigung übriggeblieben sind.

Waltraud Klasnic (V), Vorsitzende des Zukunftsfonds und ehemals steirische Landeshauptfrau, berichtete der APA, dass der Einigung ein Gespräch zwischen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) und Vizekanzler Wilhelm Molterer (V) am vergangenen Montag vorausgegangen war. “Wir wollen bewusst, dass dort etwas weitergeht”, betonte sie.

Sobald die Mittel bewilligt sind, kann das Vorprojekt für den vom Verfall bedrohten Friedhof ausgeschrieben werden. Bereits im Herbst könnte es starten, so Prammer. Es geht dabei um eine genau Erhebung, was restauriert werden kann, soll und muss. Erst dann könne man Aussagen über die Gesamtkosten treffen. Die Wiener Israelitische Kultusgemeinde geht in einer Schätzung von 14 Mio. Euro aus.

Um die Sanierung des Jüdischen Friedhofs Währing, der heute zum Bezirk Döbling gehört, wird seit Jahren gerungen. Geschehen ist bisher nur wenig, und die von 1784 bis 1879 genutzte Anlage ist trotz finanzieller Zuwendungen der Gemeinde Wien zusehends vom Verfall bedroht. Für die Restaurierung und Erhaltung der jüdischen Friedhöfe in Österreich ist gemäß Washingtoner Abkommen von 2001 der Bund zuständig, worauf Wien wiederholt hingewiesen hat.

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