Japan nach 3:1 über Dänemark im Achtelfinale

Japan steht erstmals seit dem Heim-Turnier von vor acht Jahren im Achtelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft. Holland gewinnt gegen Kamerun 2:1.
WM: Dänemark vs. Japan
WM: Niederlande vs. Kamerun
VOL-WM-Center

Die Mannschaft von Teamchef Takeshi Okada setzte sich im direkten Duell um den zweiten Aufstiegsplatz in Gruppe E am Donnerstagabend gegen Dänemark 3:1 (2:0) durch. Die Japaner treffen in der Runde der 16 besten Teams in Südafrika nun am kommenden Dienstag in Pretoria auf Paraguay.

Keisuke Honda (17.) und Yasuhito Endo (30.) jeweils per Freistoß sowie der eingewechselte Shinji Okazaki (87.) erzielten im Royal-Bafokeng-Stadion von Rustenburg die Tore für Japan, das ihren Pool schlussendlich mit drei Zählern Rückstand auf die Niederlande beendete. Der Ex-Europameister, der nur per Elfmeter-Nachschuss durch Jon Dahl Tomasson (81.) erfolgreich war, musste bei der vierten WM-Teilnahme hingegen zum ersten Mal bereits nach der Gruppenphase die Koffer packen.

Die “Blauen Samurai” verdankten den Erfolg ihrer sicheren Abwehr sowie ihrer Stärke am ruhenden Ball. Zunächst überraschte Honda mit einem Freistoß aus über 30 Metern Dänemarks Schlussmann Thomas Sörensen, der einen Schritt in die falsche Richtung machte, dann tat es ihm sein Teamkollege Endo aus zentralerer Position gleich. Die Führung war verdient. Die zum dritten Mal bei der WM mit derselben Elf eingelaufenen Japaner überzeugten mit Laufarbeit und vermauerten sich nicht in der eigenen Spielhälfte.

Die zum Sieg verdammten Dänen kamen lediglich durch Tomasson (14.) gefährlich vor das Gehäuse Japans. Kurz davor hatten Daisuke Matsui und Kapitän Makoto Hasebe (beide 13.) bereits das 1:0 für die spielstärkeren Asiaten auf dem Fuß gehabt. Japan, das nur ein Remis zum Aufstieg benötigte, begnügte sich nach der Führung damit den Ball in den eigenen Reihen laufen zu lassen. Dänemark war zu harmlos und auch zu behäbig, um die Defensive des Gegners in Verlegenheit zu bringen. Gefahr drohte den Skandinaviern außerdem weiter durch Standardsituationen.

Ein weiterer Freistoß von Endo (48.) hätte Sörensen wieder überrascht, von den Fingerspitzen des England-Legionärs klatschte der Ball aber an die Stange. Auf der Gegenseite kam Tomasson (52.) nach einer Kopfball-Verlängerung von Sturmpartner Nicklas Bendtner einen Tick zu spät. Dänemarks Trainer Morten Olsen setzte das Aus vor Augen mit den eingewechselten Sören Larsen und Christian Eriksen auf Offensive. Erneut Tomasson (70.), der den Ball nicht voll traf, vergab die große Chance auf den Anschlusstreffer aber stümperhaft, Larsen (79.) traf die Latte.

Sekunden später bot sich Tomasson aber die Chance vom Elfmeterpunkt. Hasabe hatte gemäß dem südafrikanischen Referee Jerome Damon zuvor den aufgerückten Daniel Agger im Strafraum gestoßen. Der 33-Jährige scheiterte zwar mit einem bezeichnend zum dänischen Spiel schwach geschossenen Penalty an Japans Torhüter Eiji Kawashima, verwertete allerdings im Nachschuss. Die Hoffnung auf das Wunder währte aber nur kurz: Okazaki sorgte nach idealer Vorarbeit von Honda zum dritten Mal für japanischen Torjubel.

Niederlande feierten dritten Sieg

Die niederländische Fußball-Nationalmannschaft hat sich am Donnerstag bei der WM in Südafrika den Sieg in der Gruppe E gesichert. Die “Oranjes” setzten sich gegen Kamerun verdient mit 2:1 (1:0) durch und gewannen damit auch ihr drittes Gruppenspiel, was zuvor im Turnier nur Argentinien gelungen war. Die Kameruner, die schon vor der Partie keine Aufstiegschancen mehr hatten, blieben damit ohne Punktgewinn.

Vor rund 60.000 Zuschauern im Green-Point-Stadium von Kapstadt legte Robin Van Persie schon vor der Pause (36.) den Grundstein zum Sieg. Nach dem Ausgleich der Afrikaner durch einen souverän verwandelten Handselfmeter von Samuel Eto’o (65.) sorgte der eingewechselte Klaas-Jan Huntelaar per Abstauber nach einem Stangenschuss von Arjen Robben (84.) für die Entscheidung. Im Achtelfinale bekommt es die Truppe von Bert van Marwijk nun am Montag mit der überraschend weitergekommenen Slowakei zu tun.

Van Marwijk hatte aus den vergangenen beiden Turnieren gelernt – jeweils Out im ersten Spiel der K.o-Runde nach starker Vorrunde – und bis auf den mit einer Gelben Karte vorbelasteten Gregory van der Wiel die stärkste Formation auf das Feld geschickt. Die Niederländer wollten den Gruppensieg mit einem vollen Erfolg fixieren und gingen deshalb von Beginn an couragiert zur Sache, hatten die Partie im Griff.

Dirk Kuyt schoss nach einem Boulahrouz-Zuspiel knapp am langen Eck vorbei (32.). Kurze Zeit später war der Offensivspieler dann auch am Führungstreffer beteiligt. Nach einer schönen Kombination über ihn, Van Persie und Van der Vaart schoss Van Persie durch die Beine von Kamerun-Goalie Souleymanou zum 1:0 ein (36.). Der Arsenal-Stürmer hatte schon zuvor seine Gefährlichkeit angedeutet, allerdings im Abschluss die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen lassen (19.). Die Kameruner hielten zwar dagegen, blieben aber ungefährlich. Ein Schuss von Chedjou, bei dem Stekelenburg auf dem Posten war, war die einzige Ausbeute (4.).

Nach Wiederbeginn ließ Van Persie die Chance auf den Doppelpack und die Vorentscheidung aus, der 26-Jährige zeigte sich neuerlich im Abschluss zu ineffizient und scheiterte an Souleymanou (51.). Mit Fortdauer der zweiten Hälfte wurden aber die “Unbezähmbaren Löwen” besser und übernahmen die Initiative. Stekelenburg machte einen Makoun-Schuss mit einer tollen Parade zunichte (62.). Zwei Minuten später war der Ajax-Amsterdam-Goalie dann machtlos. Van der Vaart wehrte einen Geremi-Freistoß im Strafraum mit der Hand ab, Eto’o verwertete den Elfmeter sicher zum 1:1 (65.). Stekelenburg war zwar im richtigen Eck, schlussendlich aber ohne Chance. Es war der erste Gegentreffer für die Van-Marwijk-Truppe im Laufe des Turniers, nach den Siegen gegen Dänemark (2:0) und Japan (1:0).

Postwendend hatten die Niederländer die Chance auf die neuerliche Führung, De Jong setzte einen Volleyschuss nach Van-der-Vaart-Freistoßflanke aber daneben (67.). In der Schlussphase konnten beide Teams keine entscheidenden Akzente setzen, ein Geniestreich von Robben sicherte den Niederländern aber doch noch den Sieg.

Der Bayern-München-Mittelfeldspieler traf mit einem Linksschuss aus rund 20 Metern zwar nur die Stange, Huntelaar musste aber danach nur mehr abstauben (84.). Robben war erst in der 73. Minute für Van der Vaart eingewechselt worden und zu seinem ersten WM-Einsatz nach überstandener Verletzung gekommen. In der Viertelstunde zeigte der 26-Jährige, dass er fit für die wichtigen kommenden Partien ist. Die Niederländer hoffen nach dem Achtelfinal-Out bei der WM 2006 (0:1 gegen Portugal) und dem Viertelfinal-Aus bei der EURO 2008 (1:3 n.V. gegen Russland) endlich auf einen Erfolg bei einem großen Turnier.

Dänemark – Japan 1:3 (0:2)

Rustenburg, Royal-Bafokeng-Stadion, 25.000 Zuschauer, SR Damon (RSA)

Torfolge:
0:1 Honda (17.)
0:2 Endo (30.)
1:2 Tomasson (81./Elfmeter-Nachschuss)
1:3 Okazaki (87.)

Dänemark: Sörensen – Jacobsen, Agger, Kröldrup (56./Larsen), S. Poulsen – Jörgensen (34./J. Poulsen), C. Poulsen, Kahlenberg (63./Eriksen) – Tomasson, Rommedahl – Bendtner

Japan: Kawashima – Komano, Nakazawa, Tulio Tanaka, Nagatomo – Hasebe, Matsui (74./Okazaki), Abe, Endo (91./Inamoto), Okubo (88./Konno) – Honda

Gelbe Karten: Kröldrup, C. Poulsen, Bendtner bzw. Endo, Nagatomo

Kamerun – Niederlande 1:2 (0:1)

Kapstadt, Green-Point-Stadion, 63.100 Zuschauer, SR Pozo (CHI)

Torfolge:
0:1 Van Persie (36.)
1:1 Eto’o (65./Elfmeter)
1:2 Huntelaar (83.)

Kamerun: Souleymanou – Njitap, Mbia, Nkoulou (73./R. Song), Assou-Ekotto – Makoun, Chedjou, Nguemo, Bong (56./Aboubakar) – Eto’o, Choupo-Moting (72./Idrissou)

Niederlande: Stekelenburg – Boulahrouz, Heitinga, Mathijsen, Van Bronckhorst – Van Bommel, De Jong – Kuyt (66./Elia), Sneijder, Van der Vaart (73./Robben) – Van Persie (59./Huntelaar)

Gelbe Karten: Nkoulou, Mbia bzw. Kuyt, Van der Vaart, Van Bronckhorst

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