James Dyson Award

©Christof Lahner
Der nationale Gewinner des James Dyson Award 2010 (JDA) ist: Christof Lahner mit seinem Projekt NEMO – ein Hochsee-Rettungsfahrzeug, das in einer C-130 Hercules an seinen Einsatzort geflogen und abgeworfen wird. Mit seiner dreiköpfigen Besatzung landet das Boot mit Hilfe eines Gleitfallschirmes auf dem Wasser.
NEMO Offshore Rescue Vehicle

Christof Lahner (25) beendete 2009 sein Industrial Design Studium an der FH-Joanneum in Graz mit seiner Diplomarbeit Nemo. Sein Projekt überzeugte die JDA-Jury Lilli Hollein, Journalistin und Initiatorin der VIENNA DESIGN WEEK und Michael Hausenblas, Journalist der Tageszeitung Der Standard, die aus 40 Projekten wählen konnten, da Nemo am besten der Aufgabenstellung „Erfinde ein Produkt, das besser funktioniert“ gerecht wurde.

Alle Projekte mussten dabei die folgenden Kriterien erfüllen:

1.             Es muss ein Problem gelöst werden
2.             Es muss einen praktischen Nutzen für den User geben
3.             Es muss wirtschaftlich umsetzbar sein
4.             Es muss nachhaltig sein
5.             Es muss dem Reglement entsprechen

„Mit Nemo hat sich der Designer Christoph Lahner, ausgebildet an der FH-Joanneum in Graz, ein Thema gestellt, das die Möglichkeiten von Design in den schönsten Facetten aufzeigt: es ist eine innovative, intelligente Lösung eines Problems, es kann nicht nur das Leben vereinfachen, sondern gar Leben retten und sieht dabei auch noch flott aus.“, so Lilli Hollein.

Die nationalen JDA-Gewinner der 18 teilnehmenden Länder werden zusammen mit den drei Bestplatzierten des James Dyson Award nach Malmesbury/Wiltshire (UK) eingeladen, um an einer Führung durch das Forschungs- und Entwicklungszentrum und einem Workshop teilzunehmen. Der Gewinner des James Dyson Award 2010 wird am 5. Oktober 2010 bekannt gegeben. Der Gewinner des James Dyson Award erhält 10.000 Pfund Sterling (oder den entsprechenden Betrag in der Landeswährung). Denselben Betrag erhält auch der Universitätsfachbereich des Gewinners.

Neun Projekte steigen gemeinsam mit dem Österreichischen JDA-Gewinner 2010 in die nächste Runde auf, in der die Bewertung der internationalen Projekte durch ein Gremium aus Dyson-Ingenieuren folgt. Die Finalisten werden schließlich durch eine internationale Jury bewertet, die aus bekannten Designern, Ingenieuren, Wissenschaftlern und Journalisten besteht. Auf Grundlage dieser Bewertung wählt James Dyson schließlich den Preisträger aus.

Michael Hausenblas über die Wichtigkeit solcher Internationalen Designpreise: „Die Zeiten, in denen wir von italienischem, englischem oder österreichischem Design sprechen, gehören allmählich der Vergangenheit an. Längst entwickelt sich die weltweite Designcommunity zu einem großen Ganzen. Dazu tragen neben der globalen Vernetzung auch internationale Wettbewerbe wie der James Dyson Award bei.“

 

Die James Dyson Foundation

Die James Dyson Foundation ist eine Stiftung, die 2002 von James Dyson gegründet wurde mit dem Ziel, die Ausbildung in den Bereichen Design, Technologie und Ingenieurwesen, die medizinische Forschung und kommunale Projekte zu unterstützen. Weitere Informationen unter www.jamesdysonfoundation.com.

 

NEMO – Offshore Rescue Vehicle

Funktion
Das Hochsee-Rettungsfahrzeug NEMO wird in einer C-130 Hercules an seinen Einsatzort geflogen und abgeworfen. Mit seiner dreiköpfigen Besatzung landet das Boot mit Hilfe eines Gleitfallschirmes auf dem Wasser. Der Schirm wird ausgeklinkt und NEMO funktioniert als herkömmliches Seenotrettungsboot. Schiffbrüchige in Rettungsinseln werden von NEMO in Schlepp genommen. Durch das Schleppen in Richtung des nächsten Schiffes wird wertvolle Zeit gespart, in der die Schiffbrüchigen sonst auf dessen Eintreffen warten müssten. Unter Deck kann eine ambulante Versorgung von ein bis zwei Verletzten erfolgen. Durch seine Baugröße können pro C-130 zwei NEMO-Einheiten mitgeführt und je nach Bedarf eingesetzt werden. NEMO kann per Kran auf jedes größere Schiff geladen und so wieder zurück zum Ausgangspunkt gebracht werden.

Inspiration
Während sich seegebundene und Luftfahrzeuge bei Rettungseinsätzen in Küstennähe sehr gut ergänzen, geht bei Hochseeeinsätzen wertvolle Zeit verloren. Ein Flugzeug kann zur Suche eingesetzt werden, ist aber in seiner aktiven Hilfeleistung stark begrenzt. Hubschrauber sind in ihrer Reichweite und somit stark zeitlich eingeschränkt und wetterabhängig. Seenotkreuzer erreichen bei widrigsten Bedingungen ihr Ziel und können vor Ort operieren und retten, aber brauchen lange um bei den zu Rettenden anzukommen. Um lebensrettende Zeit einzusparen wurde das NEMO Konzept entwickelt.

Entwicklung
In einer umfangreichen Recherche und Analyse zum Thema Hochseerettung und den dabei eingesetzten Hilfsmitteln, kamen deren Stärken und Schwächen zum Vorschein. Zunächst lag es nahe ein Gerät zu entwickeln, das lange Distanzen selbstständig und bei widrigsten Bedingungen zurücklegen kann, um dann vor Ort aktiv retten und erstversorgen zu können. Dann erst kam die Idee das Flugzeug als Transportmittel für ein Boot zu nutzen und somit die in der Analyse erkannten Vorteile von Flugzeug und Wasserfahrzeug zu verbinden.

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