Internationaler Kinderpornoring gesprengt: 63 Beschuldigte in Österreich

63 Männer in Österreich sind angezeigt worden.
63 Männer in Österreich sind angezeigt worden. ©APA (Symbolbild)
Bis nach Österreich zieht ein Kinderpornoring mit hunderten Opfern und Kunden auf der ganzen Welt Kreise. 63 Beschuldigte sind hierzulande ausgeforscht und angezeigt worden.
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Wie Mario Hejl, Pressesprecher des Bundeskriminalamtes (BK), berichtete, sind hierzulande 63 Beschuldigte ausgeforscht worden. Die Männer im Alter von 22 bis 67 Jahren wurden auf freiem Fuß angezeigt, sagte Hejl.

Kinderpornoring zieht Kreise nach Österreich

Insgesamt sind in Österreich 2.300 Datenträger, Festplatten und DVDs mit kinderpornografischem Material bei den Beschuldigten sichergestellt worden. Dabei handelte es sich um 300.000 kinderpornografische Dateien, die von den Beschuldigten gegen Geld runtergeladen wurden.

Weltweit zeitgleiche Hausdurchsuchungen

Die kanadischen Behörden übermitteltet im Zuge der “Operation Spade” (Spaten) den Ermittlern in Österreich die IP-Adressen jener Computer, die kinderpornografisches Material runtergeladen hatten. Weltweit fanden am Donnerstag zeitgleich Hausdurchsuchungen statt – in Kanada um 9.30 Uhr (Ortszeit), in Österreich um 15.30 Uhr.

In Österreich übernahmen Beamte des Bundeskriminalamtes (BK) sowie der Landeskriminalämter die Hausdurchsuchungen. Dabei wurde das umfangreiche kinderpornografische Material sichergestellt, das nun ausgewertet werden muss. Die Erhebungen sind laut BK-Sprecher Mario Hejl noch im Gange.

Verdächtige in allen 9 Bundeländern

Von den 63 österreichischen Beschuldigten waren schon mehrere Männer den Behörden einschlägig bekannt. Die Männer im Alter von 22 bis 67 Jahren stehen im Verdacht, tausende Dateien gegen Geld auf ihre Festplatten geladen zu haben. 24 Verdächtige stammen aus Wien, 13 aus Oberösterreich, jeweils sechs aus Niederösterreich und Tirol, je vier aus Salzburg und Kärnten sowie je zwei aus dem Burgenland, der Steiermark und Vorarlberg.

Insgesamt 341 Festnahmen

Insgesamt wurden bei der weltweiten Aktion 341 Personen festgenommen, 386 Kinder wurden als Opfer identifiziert. Laut dpa hatten die Kriminellen vor allem in Osteuropa Fotos und Filme angefertigt und dann in Kanada, den USA, Australien und vielen anderen Ländern, darunter eben auch Österreich, verkauft. Kopf der Organisation war den Ermittlungen zufolge ein 42 Jahre alter Mann aus Toronto, der schon im Mai 2011 festgenommen worden war, wie die dpa berichtete.

Die Ermittlungen hätten im Oktober 2010 begonnen. Beteiligt waren Polizeieinheiten vor allem aus den USA, aber auch aus Australien, Mexiko, Spanien, Südafrika, Hongkong, Irland, Norwegen, Griechenland oder Gibraltar. Fahndern in mehr als 50 Ländern seien die Ermittlungsergebnisse der “Operation Spade” zur Verfügung gestellt worden. (red/APA)

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