Ermittlungen oft erfolgreich: Der Kampf gegen Kinderpornografie in Österreich

Viele der internationalen Operationen wurden unter österreichischer Beteiligung durchgeführt.
Viele der internationalen Operationen wurden unter österreichischer Beteiligung durchgeführt. ©APA
Mit zahlreichen internationalen Operationen gegen Kinderpornographie sind den Behörden in den vergangenen Jahren Erfolge gelungen - oftmals auch unter österreichischer Beteiligung. Da sich die Ermittlungen oftmals über mehrere Monate oder Jahre hinziehen, fehlt ofmals eine genaue Datierung. Die folgende Liste beinhaltet Aktionen seit 2007.
LIVE von der Pressekonferenz

Bei der weltweiten Operation “Carole”  forschen Polizeibehörden in 141 Ländern Hunderte Pädophile aus. Das Bundeskriminalamt in Wien ermittelt bei seinem bisher größten Schlag 272 Personen allein in Österreich. Die Verdächtigen stammen aus allen Bundesländern. Die Pädophilen haben über Internet-Foren Missbrauchsbilder und -videos von Kindern verbreitet. Am Mittwoch wurde der Fall vom Innenministerium bekannt gegeben.

107  Hausdurchsuchungen im Rahmen der Operation “Charly”

Operation “Charly”: Nach Hinweisen aus Luxemburg werden im Verlauf des Jahres 2010 in Österreich 107 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Jedes Mal werden die Beamten fündig und stellen einschlägiges Material sicher. Ein Steirer hortete 20.000 Bilder und 300 Videos, wie vom Bundeskriminalamt bekanntgegeben wird.

Service aus Österreich zur Verbreitung von Kinderpornografie

Operation “Typhon”: Die Webseite eines österreichischen Betreibers (File-hosting-Service) wird zur Verbreitung von Kinderpornografie missbraucht. Im Zuge von Hunderten Hausdurchsuchungen in Europa und Kanada werden 221 Verdächtige ausgeforscht (davon 23 in Österreich) und 115 Täter festgenommen. Der Abschluss der Operation wird am 10. Dezember 2009 öffentlich gemacht.

41-Jähriger Wiener hatte seine Stieftochter missbraucht

Operation “Geisterwald”: Federführend von der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main wird ein international tätiger Kinderporno-Ring zerschlagen. Weltweit werden auf Basis der Erkenntnisse der Sonderermittler 178 Hausdurchsuchungen durchgeführt. 22 Männer werden festgenommen. Fünf von ihnen stammen aus Österreich. Darunter ist ein 41-jähriger Wiener Familienvater, der seine zehn Jahre alte Stieftochter wiederholt sexuell missbraucht und dabei angefertigte Fotos und Videos im Internet verbreitet hat.

Bei der Ausforschung einer brasilianischen Website werden 43 österreichische Konsumenten identifiziert, 31 Verdächtigen kann der Besitz oder die Weitergabe von Kinderpornos nachgewiesen werden. Am 23. September 2009 gibt das Bundeskriminalamt in Wien den Fall bekannt. Auch bei Ermittlungen von Europol im Rahmen der Operation “Fjord” befinden sich unter den Kunden einer Kinderpornoseite 14 verdächtige Österreicher.

Operation Sledgehammer findet 935 Verdächtige

Im Zuge der Ausforschung einer kroatischen Internetseite wird 189 Männern in Österreich der Besitz oder die Weitergabe von obszönen Aufnahmen nachgewiesen. Insgesamt werden 935 Verdächtige bei der Operation “Sledgehammer” identifiziert, gegen 624 muss das Verfahren eingestellt werden, da sie das Material nur angesehen und nicht heruntergeladen haben. Bekannt wird der Fall am 13. März 2009.

Australische Beamte entdecken auf einem Video den Missbrauch eines elf- und eines zwölfjährigen Mädchens aus Belgien. Der Täter ist der Vater der beiden Kinder. Das Video wird genauso wie Aufnahmen von 21 ukrainischen Mädchen von einem 42-jährigen Italiener im Internet verkauft. Anhand von 50.000 internationalen Bestell-E-Mails können bei der Operation Koala 13 Nutzer in Österreich ausgeforscht werden.

Server einer Wiener Internetfirma für Kinderporno-Verteilung genutzt

Die Polizei deckt bei der Operation “Flo” eine Kinderporno-Verteilung über den Server einer Wiener Internetfirma auf. 2.361 Usern aus 77 Ländern kann der Zugriff auf acht Videos nachgewiesen werden, 23 Verdächtige stammen aus Österreich. Aufgedeckt wird der Fall nach einem Hinweis der Internetfirma, dessen File-Sharing-Dienstleistung von den Pornogeschäftemachern missbraucht wurde. Bekannt wird der Fall am 7. Februar 2007.

Im Rahmen der Operation “Sion” werden in Bayern werden zwei Internetdateien entdeckt, die schweren sexuellen Missbrauch an einer etwa zehnjährigen Asiatin und einem etwa zwölfjährigen blonden Mädchen zeigen. 125 österreichische User-Adressen sind betroffen, 80 Verdächtige werden ausgeforscht. Darunter befindet sich ein 44-jähriger Wiener, dessen PC-Bildschirmschoner den Mann während des Missbrauchs seiner zehnjährigen Stieftochter zeigt. (APA)

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